FC Heimberg – FC Konolfingen, 22.04.2017

22.04.2017, 16:00 Uhr; Meisterschaftsspiel 16. Runde

FC Heimberg – FC Konolfingen 4:3 (2:2) 

Tore: 20. Torschütze unbekannt (FCK); 23. Dummermuth; 24. Beck; 41. Torschütze unbekannt (Penalty, FCK); 47. Torschütze unbekannt (FCK); 61. Gurtner A.; 77. Aeschbacher (Penalty)

Aufstellung: Appert, Leu, Schober, Wittwer D., Gurtner A., Beck, Studer, Frosio, Jegerlehner, Dummermuth, Gurtner M.

Ersatzbank: Aeschbacher, Da Costa, Fischer, Schneider, Wittwer J., Wieland

FCH ohne: Stucki F., Mohr, Tripod, Stucki A., Keller, Fahrni

Verwarnungen FCH: Beck, Wittwer D., Gurtner M.


Die bisherigen Darbietungen der Mannschaft von Jürg Ramseier sind vergleichbar mit den wechselnden Wetterverhältnissen im Frühjahr 2017. Ein munteres Wechselspiel zwischen strahlendem Sonnenschein und heftigen Niederschlägen. Für das Spiel gegen den FC Konolfingen gelobten die Heimberger diesbezüglich Besserung. Zudem sollte endlich einmal eine Partie ohne Gegentor absolviert werden.

Bekanntermassen haben gute Vorsätze sehr unterschiedliche Lebenserwartungen. Jener der Heimberger hatte in etwa die Lebensdauer einer Kiste Bier in der Umkleidekabine. Rund 20 Minuten waren gespielt, als die Gäste aus Konolfingen ihren Führungstreffer feierten. Nach einem Freistoss behaupteten sich die Konolfinger entschlossen im Strafraum und erzwangen so den Torerfolg. Die Reaktion der Blau-Schwarzen folgte postwendend. Ein FCK-Abwehrspieler unterschätzte das tückische Terrain auf dem Waldgarten, so dass seine Pirouette auf dem Hosenboden endete. Der aufmerksame Christoph Jegerlehner schnappte sich den herrenlosen Ball und zog los. Kurz vor dem Strafraum schob er die Kugel zu Pascal Dummermuth, welcher mit seinem Schuss in die kurze Ecke die Partie ausglich. Keine 60 Sekunden später herrschte bereits wieder Ekstase im Block der Heimfans. Wirtschaftsstudent Patric Beck zimmerte einen Freistoss nahe der Strafraumkante in die obere Torecke. Der bärtige Abräumer offenbart im Kalenderjahr 2017 ungewohnte Torjägerqualitäten. Dass die Nummer 10 auch hinlangen kann, bewies er kurze Zeit später, als er sich nach einem beherzten Zweikampf seine vierte Gelbe Karte der Saison abholte und somit im nächsten Spiel auf der Tribüne Platz nehmen muss.

Kurz vor der Pause machte sich Kilian Schober während einem Laufduell auf die Suche nach etwas Körpernähe. Sein Gegenspieler zeigte sich von den Annoncen wenig begeistert und sprintete munter weiter. Der hartnäckige Schober liess jedoch nicht locker, bis er den Flüchtigen zu stellen vermochte. Unglücklicherweise tat er dies einerseits regelwidrig und andererseits auch noch innerhalb des Strafraums. Folgerichtig zeigte der Unparteiische auf das ausgetrocknete Stück Erde, welches den Elfmeterpunkt mimte. Humorlos verwandelte der Spieler mit der Rückennummer 4 den fälligen Strafstoss zum 2:2. Gegen den platzierten Schuss in die untere Torecke war FCH-Hüter Appert schlichtweg chancenlos. Es war die letzte nennenswerte Aktion im ersten Durchgang.

Das Pausenresultat mit 4 Treffern wiederspiegelte in keinster Weise den Auftritt der beiden Mannschaften. Den Zuschauern wurde eine pomadige und emotionslose Vorstellung serviert. Die Szenerie in der ersten Halbzeit war in etwa so dynamisch und prickelnd wie eine Staumeldung im Radio. Bis hierhin bot vermutlich die Verletzung von Schuhsammler Adrian Stucki, der sich tatsächlich beim Schuhe binden eine Zerrung holte, mehr Gesprächsstoff als das Spiel. Einzig die gleichmässige Aufteilung der Tore schien zu diesem Zeitpunkt gerechtfertigt.

 

Mit einem dreifachen Wechsel zur Pause versuchte Jürg Ramseier seine Truppe wachzurütteln. Wenige Augenblicke nach Wiederanpfiff muss sich Ramseier vorgekommen sein wie ein Solariumbesitzer an der Playa del Carmen. Ein Freistoss aus beträchtlicher Torentfernung landete direkt zur neuerlichen Führung des FC Konolfingen im Tor. Obschon der Ball eine eigenwillige Flugkurve nahm, verdienten sich in dieser Aktion weder Mauer noch Schlussmann Bestnoten. Immerhin schien dieser Gegentreffer die Équipe nun endlich zum Leben erweckt zu haben. Von Minute zu Minute steigerten die Heimberger ihr Engagement.

Sinnbildlich für den Aufwärtstrend entstand der Ausgleich zum 3:3. Adrian Gurtner, das Mentalitätsmonster auf der linken Aussenbahn, tauchte nach einem Sprint über das ganze Spielfeld plötzlich alleine vor dem Gästetorhüter auf. Souverän umkurvte der nimmermüde Aussenverteidiger den Keeper und schob die Pille ins Tor. Eine beachtliche Lauf- und Willensleistung der Nummer 4. Es schien, als sei dies die endgültige Initialzündung für den Rest der Mannschaft gewesen. Im defensiven Mittelfeld schmiss sich Ramon Schneider in jeden Zweikampf und rackerte wie ein Autozug an Ostern. An seiner Seite kurbelten Wettpate Joel Wittwer und Dauersingle Dominic Aeschbacher das Offensivspiel an. In der vordersten Reihe wirbelten die beiden tasmanischen Teufel Caspar Wieland und Marco Gurtner ordentlich Staub auf.

Letztgenannter konnte nach einem feinen Zuspiel von Aeschbacher nur noch regelwidrig vom Ball getrennt werden. Korrekterweise entschied der Schiedsrichter auch in dieser Situation auf Elfmeter. Kalt wie eine Hundeschnauze versenkte Dominic Aeschbacher den Ball zum 4:3 in der linken unteren Torecke. In der Folge boten sich den Lokalmatadoren beste Möglichkeiten die Partie frühzeitig zu entscheiden. Leider wurden diese teilweise etwas gar fahrlässig vergeben. Glücklicherweise liessen die Heimberger die letzte Konsequenz nur im Torabschluss vermissen. Ihre defensiven Pflichten erfüllten die Blau-Schwarzen bis zum Schlusspfiff geradlinig, so dass am Ende ein knapper Sieg zu Buche steht.

Dank einer kontinuierlichen Leistungssteigerung konnten die 3 Punkte verdientermassen auf dem Waldgarten gehalten werden. In Sachen Konstanz besteht sicherlich weiterhin Verbesserungspotenzial. Die Leistungsschwankungen innerhalb von 90 Minuten gleichen immer noch dem Börsenkurs einer Biotech-Aktie. Die nächste Möglichkeit diesen Eindruck zu korrigieren, bietet sich kommenden Samstag ab 16.00 Uhr wenn die Mannschaft in Erlenbach beim FC EDO Simme gastiert. Bis dann!

#9 Pascal Dummermuth

 

 

FC Heimberg – FC Allmendingen, 15.04.2017

15.04.2017, 16:00; Meisterschaftsspiel 15. Runde

FC Heimberg – FC Allmendingen 5:3 (3:1)

Tore: 10. Wyss (FCA), 13. Dummermuth; 17. Gurtner M.; 45. Dummermuth; 68. Aemmer (FCA); 77. Eberhart (FCA, Penalty); 85. Schneider; 90. Aeschbacher (Penalty)


Bei garstigem Osterwetter absolvierte die 1. Mannschaft ihr zweites Heimspiel in der Rückrunde. Es gastierten die Mannen des FC Allmendingen auf dem Waldgarten. In der Vorrunde gelang es dem aktuellen Tabellenschlusslicht den Heimbergern drei Punkte zu entreissen. Die sollte sich auf keinen Fall wiederholen. Erstmals wieder im Kader stand Dario Appert. Der schlaksige Schlussmann kehrte nach mehrmonatigem Didgeridoo-Schnitzkurs wieder zurück in die Schweiz.

In den ersten Minuten schien es, als würden die Heimberger den besseren Start erwischen. Mehrmals brachten sie sich in Abschlussposition. An der Genauigkeit haperte es allerdings noch. Entgegen dem Spielverlauf waren es die Gäste in Gelb, welche das erst Tor bejubelten. Auf eine feine Einzelleistung am rechten Flügel folgte ein wildes Tohuwabohu im Strafraum. Die Szene glich einem 3rd Down auf der 2 Yard-Linie im Football. Schlussendlich gelang den Gästen der Touchdown, da sie die Kugel irgendwie über die Linie drückten. Die Antwort der Blau-Schwarzen folgte auf dem Fusse. Der neuerdings in einer Wohngemeinschaft lebende Adrian Gurtner schlug einen langen Freistoss in den Sechzehner. Dort profitierte der passionierte Schreiberling Pascal Dummermuth von einem Stellungsfehler des Verteidigers und würgte den Ball im zweiten Anlauf zum 1:1 über die Linie.

Nur wenige Zeigerumdrehungen später eroberte das Heimteam tief in der gegnerischen Hälfte einen Ball. Der umsichtige Jegerlehner zirkelte die Kugel gefühlvoll in den Fünfmeterraum, wo der jüngere der Gebrüder Gurtner anbrauste. Technisch makellos donnerte Mützensammler Marco Gurtner die Pille zum 2:1 in die Maschen. Kurz darauf bot sich Gurtner gar die Möglichkeit zum Doppelpack, als er alleine vor dem Tor auftauchte. Mit einer starke Parade verhinderte FCA-Schlussmann Linder jedoch grösseres Ungemach für die Seinen. Auf der anderen Seite liess die neuformierte Hintermannschaft des FCH kaum etwas zu. Das emsige Mannschaftsküken David Leu schaltete sich auf seiner rechten Aussenbahn sogar immer wieder in die Offensive ein. Währenddessen beschützten die grossgewachsenen Innenverteidiger Kilian Schober und Dominique Wittwer ihr Gehäuse so aufmerksam wie ein Vogel sein Nest während der Brutzeit.

Lokalheld Urs Krähenbühl hatte den Pausentee bereits am Spielfeldrand platziert, als der neuerdings in weissen Ballerinas auflaufende Adrian Stucki zur Flanke ansetzte. Das ultradünne Schuhwerk aus Haut des simbabwischen Dünenlaubfrosches ermöglichte es Stucki, das Spielgerät haargenau auf die Schädeldecke von Mittelstürmer Dummermuth zu schlenzen. Ohne Rücksicht auf den Verlust allfälliger Hirnzellen hielt dieser sein Oberstübchen in die Hereingabe und köpfte zum 3:1 ein.

Nach dem Pausentee schalteten die Einheimischen leider einen Gang zurück. Der Unterhaltungswert der Partie ging runter wie ein dickes Kind auf der Schaukel. Die Gäste versuchten sich häufig mit langen Bällen, welche insbesondere Abwehrhüne Wittwer postwendend retournierte. Vermutlich brummt sein Schädel aufgrund der gefühlt 300 Kopfbälle heute noch. Die Offensivabteilung der Heimberger verstrickte sich ihrerseits mehrfach in umständlichen Kombinationen. Zwingende Torchancen wurden auf beiden Seiten ebenso vergebens gesucht wie Pinguine am Nordpol.

Nach einem Befreiungsschlag aus der eigenen Hälfte tauchte plötzlich ein Allmendinger-Stürmer alleine vor dem Kasten auf. Der Angreifer liess dem reaktionsstarken Fabio Stucki keine Chance und markierte den Anschlusstreffer. Ein ärgerlicher Gegentreffer, da er in der Entstehung relativ simpel und keinesfalls aus einer Druckphase heraus zustande kam.

Noch düsterer als der Himmel über dem Waldgarten wurde die Miene von Coach Jürg Ramseier rund eine Viertelstunde vor dem Schlussgong. Nach einer Flanke irritierten sich zwei Heimberger gegenseitig, so dass der überraschte Adrian Stucki die Situation nur noch im Stile eines Volleyballers zu klären vermochte. Dem aufmerksamen Schiedsrichter war die Manschette nicht entgangen, weshalb er folgerichtig auf den Elfmeterpunkt zeigte. Das Geschenk nahmen die Gäste dankend an. Abwehrspieler Eberhart verwandelte den Strafstoss souverän zum Ausgleich. Unrühmlicherweise gaben die Heimberger im 4. Rückrundenspiel bereits zum 3. (!!) Mal einen Zwei-Tore-Vorsprung aus den Händen ….

Mit einer ordentlichen Portion Wut im Bauch sträubten sich die Einheimischen nochmals gegen den Punktverlust. Auf einen Schlag war die bis dato in der zweiten Halbzeit vermisste Leidenschaft vorhanden. Bekanntlich lieben wir den Fussball für seine unvorhersehbaren Geschichten. Geschichten wie jene in der 85. Spielminute. Einmal mehr entpuppte sich ein Standard von Capitano Jegerlehner als Geheimwaffe. Der scharf getretene Freistoss landete via Kopf von Ramon Schneider im Tor. Das Zweikampfmonster ist nun wahrlich nicht als Torjäger bekannt. Eine schon fast zu kitschige Fussballromanze, dass ausgerechnet dieser Schneider gleich bei seinem ersten Saisoneinsatz das siegbringende Tor markierte.

Den Schlussstand von 5:3 besorgte der eingewechselte Dominic Aeschbacher. Nach einem Foul an Adrian Stucki versenkte Aeschbacher den fälligen Elfmeter souverän im Kasten. Glücklicherweise haben Stucki’s Schuhe bei der Aktion die zum Strafstoss führte keinen Schaden davon getragen. Am Ende hätte das Resultat gar noch deutlicher ausfallen können, aber sowohl SCB-Dauerkartenbesitzer Wieland als auch Jegerlehner sahen ihre Abschlüsse vom starken FCA-Hüter Linder pariert.

Nebst der Erkenntnis, dass die Liederpalette von Lorenz Büffel sehr limitiert ist, nehmen die Heimberger 3 Punkte aus dem Osterwochenende mit. Wie häufig in den letzten Wochen waren die 90 Minuten geprägt von diversen Hochs und Tiefs. Nicht nur der Gesundheit der Supporter wegen, täten die Heimberger gut daran konstanter aufzutreten. Am kommenden Samstag bietet sich bereits die nächste Chance dafür. Mit dem FC Konolfingen gastiert eine Mannschaft aus dem dichten Tabellenmittelfeld auf dem Waldgarten. Eine abermals interessante Ausgangslage. Anstoss ist wie gewohnt um 16.00 Uhr. Bis dann.

#9 Pascal Dummermuth


15.04.2017, 16:00; Meisterschaftsspiel 15. Runde

FC Heimberg – FC Allmendingen 5:3 (3:1)

Tore: 10. Wyss (FCA), 13. Dummermuth; 17. Gurtner M.; 45. Dummermuth; 68. Aemmer (FCA); 77. Eberhart (FCA, Penalty); 85. Schneider; 90. Aeschbacher (Penalty)

Aufstellung: Stucki F., Leu, Schober, Wittwer D., Gurtner A., Beck, Stucki A., Keller, Jegerlehner, Gurtner M., Dummermuth

Ersatzbank: Appert, Aeschbacher, Schneider, Wittwer J., Wieland

FCH ohne: Da Costa, Fahrni, Fischer, Frosio, Mohr, Studer, Tripod

Verwarnungen: 59. Zürcher (FCA), 61. Berger (FCA), 89. Feller (FCA)

 

 

FC Biglen – FC Heimberg, 09.04.2017

09.04.2017, 10:00; Meisterschaftsspiel 14. Runde

FC Biglen – FC Heimberg 4:2 (1:0) 

Tore: 27. A. Moser (Penalty, FCB); 54. Beck; 59. Wegmüller (FCB); 64. A. Moser (Penalty, FCB); 89. Strahm (FCB); 90.+3. Beck (Penalty)


Strahlender Sonnenschein, ein Spielfeld in top Zustand und ein breites Kader. Zudem wartete mit dem FC Biglen der aktuell nach Verlustpunkten Tabellenerste. Die Voraussetzungen für ein sonntägliches Spektakel konnten besser kaum sein. Die Gäste versuchten von Beginn weg mit Kurzpass-Stafetten die gegnerische Abwehr zu düpieren. Das Heimteam seinerseits präferierte die langen Bälle im Spielaufbau. Die erste richtig gute Torchance erarbeiteten sich die Blau-Schwarzen. Nach einem Eckball des neuerdings in grünen Schuhen spielenden Adrian Stucki, brach im Strafraum eine Durcheinander wie beim Sommerschlussverkauf aus. Schlussendlich landete die Kugel vor den Füssen von Sturmtank Dummermuth. Dessen bedingt eleganter Pike-Schuss konnte vom auf der Torlinie stehenden Abwehrspieler gerade noch an die Unterkante der Latte gelenkt werden. Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass die Waldgarten-Truppe Bekanntschaft mit der Torumrandung machte .

Auf der Gegenseite unterlief Aussenverteidiger Tripod einen langen Diagonalpass. Anschliessend konnte er seinen Gegenspieler nur noch regelwidrig stoppen. Folgerichtig zeigte der Referee auf den Punkt. Der routinierte Adrian Moser liess FCH-Hüter Fabio Stucki keine Chance und brachte die Emmentaler 1:0 in Führung. Die Heimberger blieben ihrer Linie treu. Orchestriert von den Zeremonienmeistern Beck und Keller versuchten sie weiter auf spielerische Art und Weise Chancen zu kreieren. Phasenweise wirkte diese Strategie äusserst vielversprechend. Besonders auffällige agierten die Aussenverteidiger mit den Pferdelungen, Adrian Gurtner und Mathieu Tripod. Da die Stallmeister Dominique Wittwer und Yannick Fischer ihren gewohnt lauffreudigen Aussenbahn-Gäulen lockere Zügel gewährten, versuchten diese über die Flügel Angriffe zu initiieren. Leider schlichen sich ins Spiel der Besucher auch immer wieder Etappen ein, in denen sie ungenau und behäbig agierten. Licht und Schatten wechselten sich ab. Zu den eigenen Unzulänglichkeiten gesellten sich zudem eine starker Biglen-Keeper und eine Portion Pech. So scheiterte Mannschaftshäuptling Christoph Jegerlehner binnen weniger Minuten mit zwei technisch anspruchsvollen Direktabnahmen an der Latte beziehungsweise am glänzenden reagierenden Schlussmann.

Kurz nach dem Seitenwechsel zeigten die Gastierenden eine flüssige Kombination, mit welcher es gelang den aufgerückten Tripod am rechten Flügel freizuspielen. Der gutmütige Westschweizer flankierte butterweich zum freistehenden Patric Beck. Ohne Mühe nickte die Nr. 10 zum 1:1 ein. Leider währte diese Freude nur kurz. Da sich keiner der Heimberger für Ball oder Gegenspieler verantwortlich fühlte, konnte sich Wegmüller relativ simpel in gute Abschlussposition bringen. Eiskalt donnerte der Flügelläufer die Kugel zur neuerlichen Führung des Heimteams ins lange Eck.

 

Was kurz darauf folgte, war Regelkunde auf allerhöchstem Niveau. Abwehrpatron Fischer konnte – notabene als letzter Mann – den enteilten Stürmer nur noch mittels Foulspiel stoppen. Da der Schiedsrichter den Tatort innerhalb des Strafraums ausmachte, wurde After-Sun-Nutzer Fischer „nur“ mit einer gelben Karte sanktioniert. Den fälligen Penalty verwandelte der Torjäger in den Reihen des FC Biglen, Adrian Moser, wiederum souverän zum zwischenzeitlichen 3:1. Zu allem Überfluss scheiterte Kapitän Jegerlehner kurz darauf zum wiederholten Male am Gehäuse. Ob Glücksgöttin Fortuna am Snowpenair auf der Kleinen Scheidegg oder zum Skilaufen in der Lenzerheide war, kann nicht mit Sicherheit beurteilt werden. Auf jeden Fall stand sie dem FCH an jenem Sonntag nicht zur Seite.

Je länger die Partie dauerte, umso uninspirierter wirkten die Gäste. Häufig versuchten sie sich mit langen Bällen, welche kaum für Angst und Schrecken in den Abwehrreihen des Leaders sorgten. Im Gegenteil. Es waren gar die Bigler die sich besser Gelegenheiten erarbeiteten. Durch schnelles Umschaltspiel gelang es dem Heimteam vielversprechende Kontermöglichkeiten zu gestalten. Der aufmerksame FCH-Hüter Fabio Stucki liess sich jedoch nicht bezwingen und hielt sein Team vorerst im Spiel.

10 Minuten vor dem Schlusspfiff brach nochmals Hektik in den lokalen Wettbüros aus. Der wirblige Marco Gurtner entledigte sich seines Bewachers und zog Richtung Tor. Kurz vor dem Strafraum erlitt die Costa Gurtner argen Schiffbruch. Torhüter Wüthrich holte den anstürmenden Jüngling kompromisslos von den Beinen. Die anschliessende Diskussionsrunde hätte problemlos als Expertendiskussion im nächsten Doppelpass auf Sport 1 ausgestrahlt werden können. Nahezu 22 selbsternannte Koryphäen des Fussballs debattierten über die mutmasslich korrekte Bestrafung für den Übeltäter. Nach Anhörung der Geschworenen entschied der richtende Unparteiische auf Rot für den Täter. Dies da das Foul ausserhalb des Strafraums geschah und somit keine Doppelbestrafung (sprich Elfmeter und rote Karte gegen eine Mannschaft) vorlag, so die plausiblen Erläuterungen des Spielleiters.

Trotz der nummerischen Überlegenheit gelangen es den Gästen nicht mehr, wirklich zwingende Tormöglichkeiten zu erschaffen. Stattdessen war es der FC Biglen, der dank eines beherzten Sololaufs des eingewechselten Strahms das Score auf 4:1 erhöhte. Der Penaltytreffer zum 4:2 in der 3. Minute der Nachspielzeit diente lediglich der Resultatkosmetik. Dem zweiten persönlichen Treffer von Patric Beck war ein Foulspiel an Christoph Jegerlehner vorausgegangen. Eine erfreuliche Randnotiz gab es in den letzten Minuten dennoch zu vermelden. Unter frenetischem Applaus der Zuschauer feierte Dominic Aeschbacher nach einjähriger Verletzungspause sein Comeback in der ersten Mannschaft. Man darf gespannt sein, zu welchen Heldentaten sich der temperamentvolle Schlagerfan in den nächsten Wochen aufschwingen wird.

Unter dem Strich war es für die Heimberger eine unnötige, aber eben auch keine unverdiente Niederlage. Einerseits fehlte der Truppe von Jürg Ramseier sicher etwas das Wettkampfglück, andererseits muss man dem FC Biglen für seine Leistung Respekt zollen. Über das gesamte Spiel betrachtet, waren die Emmentaler schlichtweg die cleverere, kaltschnäuzigere und konzentriertere Mannschaft. Für die Heimberger gilt es nun die positiven Elemente mitzunehmen und die Eigenfehler wieder zu reduzieren. Schliesslich soll am Osterwochenende das Punktekonto weiter aufgestockt werden. Das Spiel gegen den FC Allmendigen findet kommenden Samstag um 16.00 Uhr auf dem Waldgarten statt.

#9 Pascal Dummermuth


09.04.2017, 10:00; Meisterschaftsspiel 14. Runde

FC Biglen – FC Heimberg 4:2 (1:0) 

Tore: 27. A. Moser (Penalty, FCB); 54. Beck; 59. Wegmüller (FCB); 64. A. Moser (Penalty, FCB); 89. Strahm (FCB); 90.+3. Beck (Penalty)

Aufstellung: Stucki F., Tripod, Fischer, Wittwer D., Gurtner A., Beck, Stucki A., Keller, Fahrni, Jegerlehner, Dummermuth

Ersatzbank: Schober, Aeschbacher, Studer, Wittwer J., Gurtner M.

FCH ohne: Appert, Da Costa, Frosio, Leu, Mohr, Schneider, Wieland

Verwarnungen: 26. Tripod; 60. Keller; 63. Fischer

Ausschluss: 79. Wüthrich (FCB)

 

 

 

FC Heimberg – FC Lerchenfeld, 02.04.2017

02.04.2017, 11:00; Meisterschaftsspiel 13. Runde

FC Heimberg – FC Lerchenfeld 2:2 (1:0) 

Tore: 4. Fahrni; 48. Fischer; 49. Gafner (FCL); 63. Gafner (FCL)


Beim ersten Heimspiel der Rückrunde gastierte die Mannschaft vom FC Lerchenfeld auf dem Waldgarten. In der Hinrunde gelang es den Heimbergern auf souveräne Art und Weise 3 Punkte aus dem nahegelegenen Lerchenfeld zu entführen. Folglich konnte man davon ausgehen, dass sich die Truppe von Coach Serge Gasser um jeden Preis für die Hinspielschlappe revanchieren will. Bereits vor der Partie musste die Mannschaft eine Hiobsbotschaft verkraften. Der langjährige Stammtorhüter Patric Mohr wird der Équipe mindestens bis zur Sommerpause nicht mehr zur Verfügung stehen. Mohr hatte sich in der Vorbereitung eine schwerwiegende Kopfverletzung zugezogen. Gute Besserung, Patric!

Bei kühl- bis frostigen Bedingungen erwischten die Heimberger einen Blitzstart. Bereits in der dritten Minute bejubelte die Heimmannschaft den ersten Treffer. Der laufstarke Maik Fahrni fasste sich aus gut und gerne 30 Metern Torentfernung ein Herz und spedierte die Kugel über den überraschten Torhüter hinweg in die Maschen. Inwiefern dem Torschützen die kürzlich gestutzten Haare beim Ausstudieren des Gästetorhüters zu Gute kamen, konnte bei Redaktionsschluss noch nicht in Erfahrung gebracht werden. Die frühe Führung verlieh den Blau-Schwarzen Selbstvertrauen. Die Jungs von Trainer Jürg Ramseier konnten insbesondere im Mittelfeld viele Zweikämpfe für sich entscheiden und suchten immer wieder den direkten Weg in die Spitze. Jedoch leider ohne sich zwingende Torchancen erarbeiten zu können. So suchten die Jungs mit dem Schaaf auf der Brust häufig ihr Glück mit Distanzschüssen. Wohl inspiriert durch das Tor von Fahrni, zog Pascal Dummermuth aus ähnlicher Entfernung ab. Zum Leidwesen der Heimberger vermochte Keeper Adrian Liechti den Ball gerade noch an den Pfosten zu lenken. Von dort kullerte die Kugel zurück ins Spielfeld.

Im Gegenzug hatten die Lerchenfelder das Pech auf ihrer Seite. Nach einer Standardsituation sah die Nr. 22 der Gäste seinen Schuss vom rechten Torpfosten zurück ins Spielfeld prallen. Je näher der Pausentee rückte, umso ausgeglichener und hitziger gestaltete sich die Partie. Doch Tore sollten bis zur Pause keine mehr Fallen. Heissestes Diskussionsthema in der Wartschlange vor dem Clubhaus dürfte wohl das annullierte Tor von Mannschaftsroutinier Romain Frosio kurz vor dem Seitenwechsel gewesen sein. Der ansonsten souveräne Schiedsrichter hatte ein Foulspiel am FCL-Torhüter ausfindig gemacht, welches dem Treffer voraus gegangen sein soll.

Anscheinend fand Coach Ramseier in der Garderobe einmal Mehr die richtigen Worte. Wiederum erwischten die Heimberger ein Blitzstart. Es dauerte nur wenige Minuten, bis auf der imaginären Ergebnistafel die 2 für das Heimteam aufleuchtete. Kapitän Jegerlehner zirkelte einen Freistoss aus dem Halbfeld direkt auf die Schädeldecke des aufgerückten Yannick Fischer. Der Innenverteidiger mit Torjägerqualitäten nickte die Kugel in bester Carsten-Jancker-Manier ein. Unglücklicherweise währte der zwei Tore Vorsprung nicht all zu lange. Bereits im direkten Gegenzug gelang den Lerchenfeldern der Anschlusstreffer. Eine Hereingabe von der rechten Seite drosch Stürmer Gafner eiskalt in die Maschen. Bei diesem Geschoss gab es für den ansonsten souveränen Schlussmann Fabio Stucki keine Abwehrchance. Der Treffer verlieh den Gästen neuen Mut. Im Anschluss folgte deren beste Phase im Spiel. Besonders die emsigen Aussenverteidiger Mathieu Tripod und Adrian Gurtner hatten nun jede Menge zu tun. Dem Heimteam gelang es kaum noch für Entlastung zu sorgen.

Dem Spielverlauf entsprechend waren es die Gäste, die den nächsten Treffer bejubelten konnten. Nach einem Eckball köpfte wiederum Gafner die Kugel zum 2:2 über die Linie. In der Folge suchten beide Mannschaften das siegbringende Tor. Kurz vor Schluss schwächten sich die Gäste mit einer unnötigen roten Karte selber. Nach gefühlt dreizehn Bodychecks am eingewechselten Mittelfeldpuncher Thomas Keller und dem anschliessenden Applaus für die Intervention des Schiedsrichters, musste Lerchenfeld fortan mit 10 Mann auskommen. Bemerkenswert wie besonnen Keller auf die WWE-Angriffe seines Gegenspielers reagierte.

Trotz der nummerischen Überzahl, brachten die Schwarz-Blauen nichts zählbares mehr ins Notizheft des Unparteiischen.

Unter dem Strich entspricht die Punkteteilung den gezeigten Leistungen. Obschon sich die Heimberger aufgrund der verspielten Führung ärgern werden, haben die Lerchenfelder den Punkt sicher nicht gestohlen. Nach einer intensiven und kampfbetonten Partie können wohl beide Teams am Ende des Tages mit diesem Punkt leben. Am nächsten Wochenende wartet mit dem FC Biglen der aktuelle Tabellenführer auf den FCH. Abermals eine reizvolle Aufgabe für die Truppe vom Waldgarten. Die Partie wird um 10:15 Uhr in Biglen angepfiffen. Bis dann!

#9 Pascal Dummermuth


02.04.2017, 11:00; Meisterschaftsspiel 13. Runde

FC Heimberg – FC Lerchenfeld 2:2 (1:0) 

Tore: 4. Fahrni; 48. Fischer; 49. Gafner (FCL); 63. Gafner (FCL)

Aufstellung: Stucki F., Tripod, Fischer, Wittwer D., Gurtner A., Beck, Stucki A., Frosio, Fahrni, Jegerlehner, Dummermuth

Ersatzbank: Schober, Keller, Studer, Wittwer J., Schneider, Wieland, Gurtner M.

FCH ohne: Aeschbacher, Appert, Da Costa, Leu, Mohr

Verwarnungen: 43. Morinaj (FCL); 45. Fahrni; 65.Blanco (FCL); 87. Meyer (FCL)

Ausschluss: 89. Chaves (FCL)