FC Biglen – FC Heimberg, 09.04.2017

09.04.2017, 10:00; Meisterschaftsspiel 14. Runde

FC Biglen – FC Heimberg 4:2 (1:0) 

Tore: 27. A. Moser (Penalty, FCB); 54. Beck; 59. Wegmüller (FCB); 64. A. Moser (Penalty, FCB); 89. Strahm (FCB); 90.+3. Beck (Penalty)


Strahlender Sonnenschein, ein Spielfeld in top Zustand und ein breites Kader. Zudem wartete mit dem FC Biglen der aktuell nach Verlustpunkten Tabellenerste. Die Voraussetzungen für ein sonntägliches Spektakel konnten besser kaum sein. Die Gäste versuchten von Beginn weg mit Kurzpass-Stafetten die gegnerische Abwehr zu düpieren. Das Heimteam seinerseits präferierte die langen Bälle im Spielaufbau. Die erste richtig gute Torchance erarbeiteten sich die Blau-Schwarzen. Nach einem Eckball des neuerdings in grünen Schuhen spielenden Adrian Stucki, brach im Strafraum eine Durcheinander wie beim Sommerschlussverkauf aus. Schlussendlich landete die Kugel vor den Füssen von Sturmtank Dummermuth. Dessen bedingt eleganter Pike-Schuss konnte vom auf der Torlinie stehenden Abwehrspieler gerade noch an die Unterkante der Latte gelenkt werden. Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass die Waldgarten-Truppe Bekanntschaft mit der Torumrandung machte .

Auf der Gegenseite unterlief Aussenverteidiger Tripod einen langen Diagonalpass. Anschliessend konnte er seinen Gegenspieler nur noch regelwidrig stoppen. Folgerichtig zeigte der Referee auf den Punkt. Der routinierte Adrian Moser liess FCH-Hüter Fabio Stucki keine Chance und brachte die Emmentaler 1:0 in Führung. Die Heimberger blieben ihrer Linie treu. Orchestriert von den Zeremonienmeistern Beck und Keller versuchten sie weiter auf spielerische Art und Weise Chancen zu kreieren. Phasenweise wirkte diese Strategie äusserst vielversprechend. Besonders auffällige agierten die Aussenverteidiger mit den Pferdelungen, Adrian Gurtner und Mathieu Tripod. Da die Stallmeister Dominique Wittwer und Yannick Fischer ihren gewohnt lauffreudigen Aussenbahn-Gäulen lockere Zügel gewährten, versuchten diese über die Flügel Angriffe zu initiieren. Leider schlichen sich ins Spiel der Besucher auch immer wieder Etappen ein, in denen sie ungenau und behäbig agierten. Licht und Schatten wechselten sich ab. Zu den eigenen Unzulänglichkeiten gesellten sich zudem eine starker Biglen-Keeper und eine Portion Pech. So scheiterte Mannschaftshäuptling Christoph Jegerlehner binnen weniger Minuten mit zwei technisch anspruchsvollen Direktabnahmen an der Latte beziehungsweise am glänzenden reagierenden Schlussmann.

Kurz nach dem Seitenwechsel zeigten die Gastierenden eine flüssige Kombination, mit welcher es gelang den aufgerückten Tripod am rechten Flügel freizuspielen. Der gutmütige Westschweizer flankierte butterweich zum freistehenden Patric Beck. Ohne Mühe nickte die Nr. 10 zum 1:1 ein. Leider währte diese Freude nur kurz. Da sich keiner der Heimberger für Ball oder Gegenspieler verantwortlich fühlte, konnte sich Wegmüller relativ simpel in gute Abschlussposition bringen. Eiskalt donnerte der Flügelläufer die Kugel zur neuerlichen Führung des Heimteams ins lange Eck.

Was kurz darauf folgte, war Regelkunde auf allerhöchstem Niveau. Abwehrpatron Fischer konnte – notabene als letzter Mann – den enteilten Stürmer nur noch mittels Foulspiel stoppen. Da der Schiedsrichter den Tatort innerhalb des Strafraums ausmachte, wurde After-Sun-Nutzer Fischer „nur“ mit einer gelben Karte sanktioniert. Den fälligen Penalty verwandelte der Torjäger in den Reihen des FC Biglen, Adrian Moser, wiederum souverän zum zwischenzeitlichen 3:1. Zu allem Überfluss scheiterte Kapitän Jegerlehner kurz darauf zum wiederholten Male am Gehäuse. Ob Glücksgöttin Fortuna am Snowpenair auf der Kleinen Scheidegg oder zum Skilaufen in der Lenzerheide war, kann nicht mit Sicherheit beurteilt werden. Auf jeden Fall stand sie dem FCH an jenem Sonntag nicht zur Seite.

Je länger die Partie dauerte, umso uninspirierter wirkten die Gäste. Häufig versuchten sie sich mit langen Bällen, welche kaum für Angst und Schrecken in den Abwehrreihen des Leaders sorgten. Im Gegenteil. Es waren gar die Bigler die sich besser Gelegenheiten erarbeiteten. Durch schnelles Umschaltspiel gelang es dem Heimteam vielversprechende Kontermöglichkeiten zu gestalten. Der aufmerksame FCH-Hüter Fabio Stucki liess sich jedoch nicht bezwingen und hielt sein Team vorerst im Spiel.

10 Minuten vor dem Schlusspfiff brach nochmals Hektik in den lokalen Wettbüros aus. Der wirblige Marco Gurtner entledigte sich seines Bewachers und zog Richtung Tor. Kurz vor dem Strafraum erlitt die Costa Gurtner argen Schiffbruch. Torhüter Wüthrich holte den anstürmenden Jüngling kompromisslos von den Beinen. Die anschliessende Diskussionsrunde hätte problemlos als Expertendiskussion im nächsten Doppelpass auf Sport 1 ausgestrahlt werden können. Nahezu 22 selbsternannte Koryphäen des Fussballs debattierten über die mutmasslich korrekte Bestrafung für den Übeltäter. Nach Anhörung der Geschworenen entschied der richtende Unparteiische auf Rot für den Täter. Dies da das Foul ausserhalb des Strafraums geschah und somit keine Doppelbestrafung (sprich Elfmeter und rote Karte gegen eine Mannschaft) vorlag, so die plausiblen Erläuterungen des Spielleiters.

Trotz der nummerischen Überlegenheit gelangen es den Gästen nicht mehr, wirklich zwingende Tormöglichkeiten zu erschaffen. Stattdessen war es der FC Biglen, der dank eines beherzten Sololaufs des eingewechselten Strahms das Score auf 4:1 erhöhte. Der Penaltytreffer zum 4:2 in der 3. Minute der Nachspielzeit diente lediglich der Resultatkosmetik. Dem zweiten persönlichen Treffer von Patric Beck war ein Foulspiel an Christoph Jegerlehner vorausgegangen. Eine erfreuliche Randnotiz gab es in den letzten Minuten dennoch zu vermelden. Unter frenetischem Applaus der Zuschauer feierte Dominic Aeschbacher nach einjähriger Verletzungspause sein Comeback in der ersten Mannschaft. Man darf gespannt sein, zu welchen Heldentaten sich der temperamentvolle Schlagerfan in den nächsten Wochen aufschwingen wird.

Unter dem Strich war es für die Heimberger eine unnötige, aber eben auch keine unverdiente Niederlage. Einerseits fehlte der Truppe von Jürg Ramseier sicher etwas das Wettkampfglück, andererseits muss man dem FC Biglen für seine Leistung Respekt zollen. Über das gesamte Spiel betrachtet, waren die Emmentaler schlichtweg die cleverere, kaltschnäuzigere und konzentriertere Mannschaft. Für die Heimberger gilt es nun die positiven Elemente mitzunehmen und die Eigenfehler wieder zu reduzieren. Schliesslich soll am Osterwochenende das Punktekonto weiter aufgestockt werden. Das Spiel gegen den FC Allmendigen findet kommenden Samstag um 16.00 Uhr auf dem Waldgarten statt.

#9 Pascal Dummermuth


09.04.2017, 10:00; Meisterschaftsspiel 14. Runde

FC Biglen – FC Heimberg 4:2 (1:0) 

Tore: 27. A. Moser (Penalty, FCB); 54. Beck; 59. Wegmüller (FCB); 64. A. Moser (Penalty, FCB); 89. Strahm (FCB); 90.+3. Beck (Penalty)

Aufstellung: Stucki F., Tripod, Fischer, Wittwer D., Gurtner A., Beck, Stucki A., Keller, Fahrni, Jegerlehner, Dummermuth

Ersatzbank: Schober, Aeschbacher, Studer, Wittwer J., Gurtner M.

FCH ohne: Appert, Da Costa, Frosio, Leu, Mohr, Schneider, Wieland

Verwarnungen: 26. Tripod; 60. Keller; 63. Fischer

Ausschluss: 79. Wüthrich (FCB)