FC Heimberg – FC Allmendingen, 15.04.2017

15.04.2017, 16:00; Meisterschaftsspiel 15. Runde

FC Heimberg – FC Allmendingen 5:3 (3:1)

Tore: 10. Wyss (FCA), 13. Dummermuth; 17. Gurtner M.; 45. Dummermuth; 68. Aemmer (FCA); 77. Eberhart (FCA, Penalty); 85. Schneider; 90. Aeschbacher (Penalty)


Bei garstigem Osterwetter absolvierte die 1. Mannschaft ihr zweites Heimspiel in der Rückrunde. Es gastierten die Mannen des FC Allmendingen auf dem Waldgarten. In der Vorrunde gelang es dem aktuellen Tabellenschlusslicht den Heimbergern drei Punkte zu entreissen. Die sollte sich auf keinen Fall wiederholen. Erstmals wieder im Kader stand Dario Appert. Der schlaksige Schlussmann kehrte nach mehrmonatigem Didgeridoo-Schnitzkurs wieder zurück in die Schweiz.

In den ersten Minuten schien es, als würden die Heimberger den besseren Start erwischen. Mehrmals brachten sie sich in Abschlussposition. An der Genauigkeit haperte es allerdings noch. Entgegen dem Spielverlauf waren es die Gäste in Gelb, welche das erst Tor bejubelten. Auf eine feine Einzelleistung am rechten Flügel folgte ein wildes Tohuwabohu im Strafraum. Die Szene glich einem 3rd Down auf der 2 Yard-Linie im Football. Schlussendlich gelang den Gästen der Touchdown, da sie die Kugel irgendwie über die Linie drückten. Die Antwort der Blau-Schwarzen folgte auf dem Fusse. Der neuerdings in einer Wohngemeinschaft lebende Adrian Gurtner schlug einen langen Freistoss in den Sechzehner. Dort profitierte der passionierte Schreiberling Pascal Dummermuth von einem Stellungsfehler des Verteidigers und würgte den Ball im zweiten Anlauf zum 1:1 über die Linie.

Nur wenige Zeigerumdrehungen später eroberte das Heimteam tief in der gegnerischen Hälfte einen Ball. Der umsichtige Jegerlehner zirkelte die Kugel gefühlvoll in den Fünfmeterraum, wo der jüngere der Gebrüder Gurtner anbrauste. Technisch makellos donnerte Mützensammler Marco Gurtner die Pille zum 2:1 in die Maschen. Kurz darauf bot sich Gurtner gar die Möglichkeit zum Doppelpack, als er alleine vor dem Tor auftauchte. Mit einer starke Parade verhinderte FCA-Schlussmann Linder jedoch grösseres Ungemach für die Seinen. Auf der anderen Seite liess die neuformierte Hintermannschaft des FCH kaum etwas zu. Das emsige Mannschaftsküken David Leu schaltete sich auf seiner rechten Aussenbahn sogar immer wieder in die Offensive ein. Währenddessen beschützten die grossgewachsenen Innenverteidiger Kilian Schober und Dominique Wittwer ihr Gehäuse so aufmerksam wie ein Vogel sein Nest während der Brutzeit.

Lokalheld Urs Krähenbühl hatte den Pausentee bereits am Spielfeldrand platziert, als der neuerdings in weissen Ballerinas auflaufende Adrian Stucki zur Flanke ansetzte. Das ultradünne Schuhwerk aus Haut des simbabwischen Dünenlaubfrosches ermöglichte es Stucki, das Spielgerät haargenau auf die Schädeldecke von Mittelstürmer Dummermuth zu schlenzen. Ohne Rücksicht auf den Verlust allfälliger Hirnzellen hielt dieser sein Oberstübchen in die Hereingabe und köpfte zum 3:1 ein.

Nach dem Pausentee schalteten die Einheimischen leider einen Gang zurück. Der Unterhaltungswert der Partie ging runter wie ein dickes Kind auf der Schaukel. Die Gäste versuchten sich häufig mit langen Bällen, welche insbesondere Abwehrhüne Wittwer postwendend retournierte. Vermutlich brummt sein Schädel aufgrund der gefühlt 300 Kopfbälle heute noch. Die Offensivabteilung der Heimberger verstrickte sich ihrerseits mehrfach in umständlichen Kombinationen. Zwingende Torchancen wurden auf beiden Seiten ebenso vergebens gesucht wie Pinguine am Nordpol.

Nach einem Befreiungsschlag aus der eigenen Hälfte tauchte plötzlich ein Allmendinger-Stürmer alleine vor dem Kasten auf. Der Angreifer liess dem reaktionsstarken Fabio Stucki keine Chance und markierte den Anschlusstreffer. Ein ärgerlicher Gegentreffer, da er in der Entstehung relativ simpel und keinesfalls aus einer Druckphase heraus zustande kam.

Noch düsterer als der Himmel über dem Waldgarten wurde die Miene von Coach Jürg Ramseier rund eine Viertelstunde vor dem Schlussgong. Nach einer Flanke irritierten sich zwei Heimberger gegenseitig, so dass der überraschte Adrian Stucki die Situation nur noch im Stile eines Volleyballers zu klären vermochte. Dem aufmerksamen Schiedsrichter war die Manschette nicht entgangen, weshalb er folgerichtig auf den Elfmeterpunkt zeigte. Das Geschenk nahmen die Gäste dankend an. Abwehrspieler Eberhart verwandelte den Strafstoss souverän zum Ausgleich. Unrühmlicherweise gaben die Heimberger im 4. Rückrundenspiel bereits zum 3. (!!) Mal einen Zwei-Tore-Vorsprung aus den Händen ….

Mit einer ordentlichen Portion Wut im Bauch sträubten sich die Einheimischen nochmals gegen den Punktverlust. Auf einen Schlag war die bis dato in der zweiten Halbzeit vermisste Leidenschaft vorhanden. Bekanntlich lieben wir den Fussball für seine unvorhersehbaren Geschichten. Geschichten wie jene in der 85. Spielminute. Einmal mehr entpuppte sich ein Standard von Capitano Jegerlehner als Geheimwaffe. Der scharf getretene Freistoss landete via Kopf von Ramon Schneider im Tor. Das Zweikampfmonster ist nun wahrlich nicht als Torjäger bekannt. Eine schon fast zu kitschige Fussballromanze, dass ausgerechnet dieser Schneider gleich bei seinem ersten Saisoneinsatz das siegbringende Tor markierte.

Den Schlussstand von 5:3 besorgte der eingewechselte Dominic Aeschbacher. Nach einem Foul an Adrian Stucki versenkte Aeschbacher den fälligen Elfmeter souverän im Kasten. Glücklicherweise haben Stucki’s Schuhe bei der Aktion die zum Strafstoss führte keinen Schaden davon getragen. Am Ende hätte das Resultat gar noch deutlicher ausfallen können, aber sowohl SCB-Dauerkartenbesitzer Wieland als auch Jegerlehner sahen ihre Abschlüsse vom starken FCA-Hüter Linder pariert.

Nebst der Erkenntnis, dass die Liederpalette von Lorenz Büffel sehr limitiert ist, nehmen die Heimberger 3 Punkte aus dem Osterwochenende mit. Wie häufig in den letzten Wochen waren die 90 Minuten geprägt von diversen Hochs und Tiefs. Nicht nur der Gesundheit der Supporter wegen, täten die Heimberger gut daran konstanter aufzutreten. Am kommenden Samstag bietet sich bereits die nächste Chance dafür. Mit dem FC Konolfingen gastiert eine Mannschaft aus dem dichten Tabellenmittelfeld auf dem Waldgarten. Eine abermals interessante Ausgangslage. Anstoss ist wie gewohnt um 16.00 Uhr. Bis dann.

#9 Pascal Dummermuth


15.04.2017, 16:00; Meisterschaftsspiel 15. Runde

FC Heimberg – FC Allmendingen 5:3 (3:1)

Tore: 10. Wyss (FCA), 13. Dummermuth; 17. Gurtner M.; 45. Dummermuth; 68. Aemmer (FCA); 77. Eberhart (FCA, Penalty); 85. Schneider; 90. Aeschbacher (Penalty)

Aufstellung: Stucki F., Leu, Schober, Wittwer D., Gurtner A., Beck, Stucki A., Keller, Jegerlehner, Gurtner M., Dummermuth

Ersatzbank: Appert, Aeschbacher, Schneider, Wittwer J., Wieland

FCH ohne: Da Costa, Fahrni, Fischer, Frosio, Mohr, Studer, Tripod

Verwarnungen: 59. Zürcher (FCA), 61. Berger (FCA), 89. Feller (FCA)