FC Heimberg – FC Konolfingen, 22.04.2017

22.04.2017, 16:00 Uhr; Meisterschaftsspiel 16. Runde

FC Heimberg – FC Konolfingen 4:3 (2:2) 

Tore: 20. Torschütze unbekannt (FCK); 23. Dummermuth; 24. Beck; 41. Torschütze unbekannt (Penalty, FCK); 47. Torschütze unbekannt (FCK); 61. Gurtner A.; 77. Aeschbacher (Penalty)

Aufstellung: Appert, Leu, Schober, Wittwer D., Gurtner A., Beck, Studer, Frosio, Jegerlehner, Dummermuth, Gurtner M.

Ersatzbank: Aeschbacher, Da Costa, Fischer, Schneider, Wittwer J., Wieland

FCH ohne: Stucki F., Mohr, Tripod, Stucki A., Keller, Fahrni

Verwarnungen FCH: Beck, Wittwer D., Gurtner M.


Die bisherigen Darbietungen der Mannschaft von Jürg Ramseier sind vergleichbar mit den wechselnden Wetterverhältnissen im Frühjahr 2017. Ein munteres Wechselspiel zwischen strahlendem Sonnenschein und heftigen Niederschlägen. Für das Spiel gegen den FC Konolfingen gelobten die Heimberger diesbezüglich Besserung. Zudem sollte endlich einmal eine Partie ohne Gegentor absolviert werden.

Bekanntermassen haben gute Vorsätze sehr unterschiedliche Lebenserwartungen. Jener der Heimberger hatte in etwa die Lebensdauer einer Kiste Bier in der Umkleidekabine. Rund 20 Minuten waren gespielt, als die Gäste aus Konolfingen ihren Führungstreffer feierten. Nach einem Freistoss behaupteten sich die Konolfinger entschlossen im Strafraum und erzwangen so den Torerfolg. Die Reaktion der Blau-Schwarzen folgte postwendend. Ein FCK-Abwehrspieler unterschätzte das tückische Terrain auf dem Waldgarten, so dass seine Pirouette auf dem Hosenboden endete. Der aufmerksame Christoph Jegerlehner schnappte sich den herrenlosen Ball und zog los. Kurz vor dem Strafraum schob er die Kugel zu Pascal Dummermuth, welcher mit seinem Schuss in die kurze Ecke die Partie ausglich. Keine 60 Sekunden später herrschte bereits wieder Ekstase im Block der Heimfans. Wirtschaftsstudent Patric Beck zimmerte einen Freistoss nahe der Strafraumkante in die obere Torecke. Der bärtige Abräumer offenbart im Kalenderjahr 2017 ungewohnte Torjägerqualitäten. Dass die Nummer 10 auch hinlangen kann, bewies er kurze Zeit später, als er sich nach einem beherzten Zweikampf seine vierte Gelbe Karte der Saison abholte und somit im nächsten Spiel auf der Tribüne Platz nehmen muss.

Kurz vor der Pause machte sich Kilian Schober während einem Laufduell auf die Suche nach etwas Körpernähe. Sein Gegenspieler zeigte sich von den Annoncen wenig begeistert und sprintete munter weiter. Der hartnäckige Schober liess jedoch nicht locker, bis er den Flüchtigen zu stellen vermochte. Unglücklicherweise tat er dies einerseits regelwidrig und andererseits auch noch innerhalb des Strafraums. Folgerichtig zeigte der Unparteiische auf das ausgetrocknete Stück Erde, welches den Elfmeterpunkt mimte. Humorlos verwandelte der Spieler mit der Rückennummer 4 den fälligen Strafstoss zum 2:2. Gegen den platzierten Schuss in die untere Torecke war FCH-Hüter Appert schlichtweg chancenlos. Es war die letzte nennenswerte Aktion im ersten Durchgang.

Das Pausenresultat mit 4 Treffern wiederspiegelte in keinster Weise den Auftritt der beiden Mannschaften. Den Zuschauern wurde eine pomadige und emotionslose Vorstellung serviert. Die Szenerie in der ersten Halbzeit war in etwa so dynamisch und prickelnd wie eine Staumeldung im Radio. Bis hierhin bot vermutlich die Verletzung von Schuhsammler Adrian Stucki, der sich tatsächlich beim Schuhe binden eine Zerrung holte, mehr Gesprächsstoff als das Spiel. Einzig die gleichmässige Aufteilung der Tore schien zu diesem Zeitpunkt gerechtfertigt.

Mit einem dreifachen Wechsel zur Pause versuchte Jürg Ramseier seine Truppe wachzurütteln. Wenige Augenblicke nach Wiederanpfiff muss sich Ramseier vorgekommen sein wie ein Solariumbesitzer an der Playa del Carmen. Ein Freistoss aus beträchtlicher Torentfernung landete direkt zur neuerlichen Führung des FC Konolfingen im Tor. Obschon der Ball eine eigenwillige Flugkurve nahm, verdienten sich in dieser Aktion weder Mauer noch Schlussmann Bestnoten. Immerhin schien dieser Gegentreffer die Équipe nun endlich zum Leben erweckt zu haben. Von Minute zu Minute steigerten die Heimberger ihr Engagement.

Sinnbildlich für den Aufwärtstrend entstand der Ausgleich zum 3:3. Adrian Gurtner, das Mentalitätsmonster auf der linken Aussenbahn, tauchte nach einem Sprint über das ganze Spielfeld plötzlich alleine vor dem Gästetorhüter auf. Souverän umkurvte der nimmermüde Aussenverteidiger den Keeper und schob die Pille ins Tor. Eine beachtliche Lauf- und Willensleistung der Nummer 4. Es schien, als sei dies die endgültige Initialzündung für den Rest der Mannschaft gewesen. Im defensiven Mittelfeld schmiss sich Ramon Schneider in jeden Zweikampf und rackerte wie ein Autozug an Ostern. An seiner Seite kurbelten Wettpate Joel Wittwer und Dauersingle Dominic Aeschbacher das Offensivspiel an. In der vordersten Reihe wirbelten die beiden tasmanischen Teufel Caspar Wieland und Marco Gurtner ordentlich Staub auf.

Letztgenannter konnte nach einem feinen Zuspiel von Aeschbacher nur noch regelwidrig vom Ball getrennt werden. Korrekterweise entschied der Schiedsrichter auch in dieser Situation auf Elfmeter. Kalt wie eine Hundeschnauze versenkte Dominic Aeschbacher den Ball zum 4:3 in der linken unteren Torecke. In der Folge boten sich den Lokalmatadoren beste Möglichkeiten die Partie frühzeitig zu entscheiden. Leider wurden diese teilweise etwas gar fahrlässig vergeben. Glücklicherweise liessen die Heimberger die letzte Konsequenz nur im Torabschluss vermissen. Ihre defensiven Pflichten erfüllten die Blau-Schwarzen bis zum Schlusspfiff geradlinig, so dass am Ende ein knapper Sieg zu Buche steht.

Dank einer kontinuierlichen Leistungssteigerung konnten die 3 Punkte verdientermassen auf dem Waldgarten gehalten werden. In Sachen Konstanz besteht sicherlich weiterhin Verbesserungspotenzial. Die Leistungsschwankungen innerhalb von 90 Minuten gleichen immer noch dem Börsenkurs einer Biotech-Aktie. Die nächste Möglichkeit diesen Eindruck zu korrigieren, bietet sich kommenden Samstag ab 16.00 Uhr wenn die Mannschaft in Erlenbach beim FC EDO Simme gastiert. Bis dann!

#9 Pascal Dummermuth