FC Steffisburg – FC Heimberg, 11.05.2017

11.05.2017; 20:30 Uhr; Meisterschaftsspiel 19. Runde

FC Steffisburg – FC Heimberg 0:1 (0:0) 

Tor: 58. Keller

Aufstellung: Appert, Fischer, Schober, Wittwer D., Gurtner A., Stucki A., Frosio, Aeschbacher, Wieland, Jegerlehner, Gurtner M.

Ersatzbank: Leu, Keller, Schneider, Studer, Tripod, Wittwer J.

FCH ohne: Beck, Da Costa, Dummermuth, Fahrni, Mohr, Stucki F.

Verwarnungen FCH: Appert, Stucki A., Keller


Bereits am Donnerstag fand die vorgezogene Partie der 19. Meisterschaftsrunde statt. Die Rasselbande von Jürg Ramseier gastierte beim Tabellennachbarn in Steffisburg. Die Flutlichtpartie fand bei bestem Fussballwetter und einer derbywürdigen Kulisse statt.

Den besseren Start erwischten die Hausherren. Besonders über die linke Seite gelangen den Steffisburgern flüssige Aktionen. Meist agierten sie jedoch auf den letzten Metern vor dem Tor etwas gar kompliziert und vertändelten so aussichtsreiche Gelegenheiten. Die beste Chance bot sich dem polyvalenten Captain Ramon Mezger. Dank einer starken Reaktion gelang es Schlussmann Dario Appert gerade noch den wuchtigen Schuss des torgefährlichen Antreibers über das Gehäuse zu lenken. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich die Heimberger nicht über einen Rückstand beklagen dürfen.

In der Folge fanden die Blau-Schwarzen besser in die Partie. Leider verpassten es auch die Gäste gute Abschlusspositionen konsequent zu nutzen. Häufig tat man es dem Heimteam gleich und wählt die umständlichste aller Variante oder riskierte die eine Finte zu viel, so dass erfolgsversprechende Augenblicke versandeten. Hinzu gesellte sich eine Portion Pech, denn bei zwei Abschlüsse von Captain Christoph Jegerlehner fehlte denkbar wenig zum Torerfolg. Torlos verabschiedeten sich die beiden Mannschaften zum Halbzeittee.

Mit der Hereinnahme von Thomas Keller anstelle des maulwurfsuchenden Dominic Aeschbachers, versuchte Coach Ramseier die Offensive neu zu beleben. Ein cleverer Schachzug. Wühlmaus Jegerlehner konnte von einer Horde Gegenspieler nur noch regelwidrig gestoppt werden. Nachdem der Routinier sich unter der Woche bereits gegen hartnäckige Grippeviren durchgesetzt hatte, untermauerte er einmal mehr seine Robustheit. Den fälligen Freistoss von der Strafraumkante knallte Käsekenner Adrian Stucki an den linken Innenpfosten. Reaktionsschnell bugsierten Laufwunder Wieland und Edeljoker Keller in Koproduktion den Abpraller nochmal Richtung Tor. Ob die Kugel in der Folge die Torlinie wirklich vollständig passierte oder nicht, lässt sich ohne Videobeweis nicht abschliessend beurteilen. Der Unparteiische entschied sich jedenfalls prompt und ohne zögern auf Tor durch Keller.

Kurz darauf hätte der ebenfalls eingewechselte Philipp Studer beinahe den zweiten Treffer erzielt. Nach einem zügig vorgetragenen Konter spedierte Oktoberfestdauergast Studer den Ball knapp am Pfosten vorbei. Die meisten der Zuschauer hätten besonders der kampfstarken Nummer 20 den Torerfolg von Herzen gegönnt, da Studer für gewöhnlich häufiger Geburtstag als eigenen Tore feiert. Die Viererkette um Fischer, Wittwer, Schober und Gurtner bot dem Gegner kaum Raum zur Entfaltung, so dass die Offensivabteilung der Heimberger immer wieder aussichtsreiche Konter lancieren konnte. In der einen oder anderen Situation, hätte ein Quäntchen mehr Zielstrebigkeit vielleicht sogar schon die Vorentscheidung herbeiführen können.

Speziell Dominique Wittwer stellte seine Wichtigkeit für Hintermannschaft des FCH nochmal eindrucksvoll unter Beweis. Für den Haudegen war es das letzte Meisterschaftsspiel in dieser Saison, da er in den kommenden Wochen der Schweizer Botschaft in Kuba einen neuen Anstrich verpassen wird. Ob dies für die FCH-Defensive oder für Hidir’s Umsatzzahlen den herberen Verlust darstellt, bleibt abzuwarten. An seiner Seite zeigte der grossgewachsene Kilian Schober eine konzentrierte und fehlerfreie Vorstellung. Schober’s Formkurve stieg in den letzten Wochen kontinuierlich an. Mittlerweile zittert man in Heimberg nur noch wenn Schober sich hinters Steuer setzt.

Wie schon bei der vorangegangen Partie gegen den FC Dürrenast, darf man der ganzen Équipe wiederum eine ordentliche Defensivleistung attestieren. Bis zum Schlusspfiff gelang es dem Heimteam nicht mehr klare Torchance zu erarbeiten. Mannschaftlich geschlossen und mit grossem Engagement half die ganze Truppe mit, den Kasten von Dario Appert sauber zu halten und den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten. Für Appert war es der zweite Shotout in Serie. Bis zum Bundesligarekord von Timo Hildebrand fehlen dem fliegenden Heimberger somit nur noch 704 Minuten, oder umgerechnet 8 Partien.

Zum Leidwesen der Heimberger holte sich Torschütze Thomas Keller in der Nachspielzeit seine 4. Gelbe Karte ab, als er im Stile von Roy Keane einen Gegenangriff stoppte. Der Melkmaschinentechniker wird somit die nächste Partie von der Bierkurve aus verfolgen müssen.

Weiter geht es für die Mannen von Jürg Ramseier am Samstag, 20. Mai 2017, mit dem Heimspiel gegen den FC Wattenwil. Die Wattenwiler befinden sich in Abstiegsgefahr und werden daher sicherlich erbittert von der ersten Sekunde an für einen Punktgewinn kämpfen. Die Partie beginnt um 16.15 Uhr im Stade de Waldgarten. Bis dann!
#9 Pascal Dummermuth