FC Heimberg – FC Frutigen, 27.05.2017

27.05.2017; 16:00 Uhr; Meisterschaftsspiel 22. Runde

FC Heimberg – FC Frutigen 3:4 (2:2) 

Tore: 9. Stucki; 16. Dummermuth; 34. M. Schmid (FCF); 44. M. Schmid (FCF); 55. Maurer (FCF); 66. Wandfluh (FCF); 77. Dummermuth

Aufstellung: Appert, Tripod, Schober, Fischer, Gurtner A., Schneider, Wittwer J., Stucki A., Studer, Dummermuth, Jegerlehner

Ersatzbank: Aeschbacher, Beck, Gurtner M., Leu, Wieland

FCH ohne: Da Costa, Fahrni, Frosio, Keller, Mohr, Stucki F., Wittwer D.

Verwarnungen FCH: Stucki A.


Zum Abschluss der Saison 2016/17 gastierte der FC Frutigen auf dem Waldgarten. Beide Mannschaften mussten unter der Woche als Verlierer vom Platz und waren daher auf Widergutmachung aus. Für die Heimberger galt es, sich Ürsu’s legendäre Gaumenschmaus-Platte mit einem engagierten Spiel zu verdienen und nochmals einen Angriff auf Platz 3 zu starten.

Die Einheimischen starteten schwungvoll in die Partie. Vor allem die linke Seite mit Marathonmann Adrian Gurtner und Philipp Studer zeigt sich sehr unternehmungslustig. Keine zehn Minuten waren gespielt als Captain Christoph Jegerlehner eben jenen linken Couloir runter sprintete und das Spielgerät gefühlvoll in den Sechzehner flankierte. Am zweiten Pfosten lauerte der aufgerückte Adrian Stucki, der den Ball mittels technisch anspruchsvoller Direktabnahme zum 1:0 ins Tor beförderte. Während Schuhsammler Stucki seinen neugewonnen Ruf als torgefährlicher Mittelfeldpuncher weiter zementierte, bewies Jegerlehner ein weiteres Mal seine Qualitäten als Wegbereiter. Der Vorlagenkönig hat diese Saison gefühlt mehr Assists gesammelt als Connor McDavid und Sidney Crosby zusammen.

Eben erwähnte Protagonisten waren auch bei der Entstehung des zweiten Treffers massgeblich beteiligt. Wiederum düpierte Jegerlehner seine Gegenspieler und legte für Stucki auf. In ärgster Bedrängnis konnte dieser den Ball gerade noch zu Dummermuth weiterleiten, der den Ball am Torhüter vorbei im Gehäuse unterbringen konnte. Zum Leidwesen der Blau-Schwarzen musste Leithammel Jegerlehner kurz darauf humpelnd das Spielfeld verlassen.

Bis Mitte der ersten Halbzeit lief alles nach Plan für die Équipe von Jürg Ramseier. Vor der Abwehr sorgte Allzweckwaffe Ramon Schneider für Ordnung. Im Spielaufbau waren die Mittelfeldmotoren Philipp Studer und Dribbelkünstler Joel Wittwer meist nur regelwidrig zu stoppen. Zudem verweigerte der Schiedsrichter dem Treffer zum vermeidlichen 3:0 seine Anerkennung, da er eine Abseitsposition ausfindig gemacht hatte. Nichtsdestotrotz schienen die Heimberger dem dritten Treffer näher als die Frutiger dem Anschlusstor.

Leider schalteten die Hausherren im Anschluss zwei Gänge zurück. Als ob man keine Kohlen mehr in den Brennofen der FCH-Dampflok schaufeln würde. Begünstigt vom fahrigen Zweikampfverhalten der Akteure in Blau-Schwarz, gelang es den Visitierenden vermehrt gefährliche Überzahlsituationen zu erschaffen. So kamen die Gäste aus dem Kandertal nicht nur besser in Spiel, sondern sogar zum Torerfolg. Nach einem zielstrebigen Angriff über die linke Seite verwertete FCF-Goalgetter Schmid einen Querpass mustergültig. Eben jener Schmid sorge quasi mit dem Pausenpfiff auch noch für den Ausgleich. Nach einem langen Ball genossen die Frutiger wiederum viel zu grosse Freiräume, welche sie clever ausnutzten. Allerdings hatte der Ausgleich zum 2:2 einen leicht faden Beigeschmack. Der sprintstarke Yannick Fischer versuchte mit letztem Einsatz den Gegentreffer zu verhindern und wurde hierbei vermutlich regelwidrig von Torschütze Schmid angegangen.

 

 

Im Zuschauerraum nährte sich die Hoffnung, dass Jürg Ramseier in der Pause die ausgediente Dampflokomotive gegen einen neuwertigen ICE eintauschen würde. Nun ja, der Waldgarten-ICE hatte gelinde gesagt noch Verbindungsstörungen. Nach einem Freistoss kam ein Frutiger ziemlich unbehelligt zu Kopfball. Mit einer glänzenden Reaktion kratzte Keeper Dario Appert die Kugel von der Linie. Da die Gastmannschaft schlichtweg wacher agierte und entschlossen nachsetzte, drückten sie den Abpraller doch noch über die Linie zur erstmaligen Führung.

Wenig später musste sich Appert bereits zum vierten Mal geschlagen geben. Nach einem Vorstoss über die rechte Seite fanden die Heimberger keinen Zugang zu ihren Gegenspielern. Dementsprechend konnte Wandfluh die flache Hereingabe problemlos zum 4:2 im Tor unterbringen. Ein weiterer Nackenschlag für die Einheimischen. Immerhin bäumten sich die Zurückliegenden nochmals auf. So langsam schien der ICE Netzanschluss gefunden zu haben.

Frei nach dem Motto „Jugend forscht“ lancierte Trainer Ramseier mit der Einwechslung von Marco Gurtner und David Leu die Schlussoffensive. Ein cleverer Schachzug. Der Jüngste aus dem Gurtner-Geschwader steckte das Spielgerät galant zu Mittelstürmer Dummermuth durch. Die frisch frisierte Nummer 9 umkurvte einen Verteidiger und zog ab. Irgendwie kullerte der Ball an Freund und Feind vorbei ins Tor. Plötzlich stand es nur noch 3:4.

Vehement drückte die Waldgarten-Truppe nun auf den Ausgleich. Die Verschnaufpausen für Hintermannschaft des FC Frutigen wurden immer kürzer. Es lief bereits die Nachspielzeit als Patric Beck in bester Tsubasa-Manier einen Volley-Torpedo aus rund 20 Metern aufs Gehäuse donnerte. Der reaktionsstarke Gäste-Keeper vermochte das Fluggeschoss gerade noch abzuwehren. Der Abpraller landete via Umweg vor den Füssen von Jüngling David Leu. Beinahe wäre der schlaksige Junior noch zum Matchwinner avanciert, doch Leu jagte den Ball über den Querbalken. Es sollte die letzte Möglichkeit der Partie gewesen sein.

Somit verabschieden sich die Heimberger mit einem Misserfolg in die Sommerpause. Ein besonders ärgerliches Ergebnis, da die Niederlage keinesfalls unvermeidbar gewesen wäre. Nicht zum ersten Mal glich die Leistung während 90 Minuten einer Achterbahnfahrt mit wilden Ups und Downs. Unter dem Strich blicken die Jungs von Jürg Ramseier auf eine ordentliche Rückrunde zurück, wobei die letzten beiden Partien mit den Niederlagen sicherlich Abzüge in der Benotung mit sich ziehen.

An dieser Stelle für alle Fans und Freunde des FC Heimberg nochmals der Hinweis: Vom 7. bis zum 9. Juli 2017 findet auf dem Waldgarten das legendäre Powerweekend statt. Die ideale Möglichkeit um die Sommerpause zu überbrücken. Die Meisterschaftsrunde 2017/18 startet erfahrungsgemäss etwa Mitte August. Bis dann!

#9 Pascal Dummermuth