FC Reichenbach – FC Heimberg, 23.05.2017

23.05.2017; 19:00 Uhr; Meisterschaftsspiel 21. Runde

FC Reichenbach – FC Heimberg 2:1 (1:0) 

Tore: 3. Schärz (FCR); 74. Jegerlehner; 77. Luginbühl (FCR)

Aufstellung: Appert, Leu, Tripod, Fischer, Gurtner A., Stucki A., Frosio, Aeschbacher, Wieland, Jegerlehner, Gurtner M.

Ersatzbank: Beck, Dummermuth, Studer, Wittwer J.

FCH ohne: Da Costa, Fahrni, Keller, Mohr, Schneider, Schober, Stucki F., Wittwer D.

Verwarnungen FCH: Jegerlehner, Fischer, Beck


Nach langem Warten scheint nun endlich der Sommer im Berner Oberland Einzug gehalten zu haben. Bei bestem Wetter und angenehmen Temperaturen konnte die 21. Meisterschaftsrunde ausgetragen werden. In der einen Ecke der FC Heimberg, der aus einer gesicherten Mittelfeldposition heraus ins Spiel startete. In der anderen Ecke der FC Reichenbach, welcher dringend auf Punkte angewiesen ist um nicht in Abstiegsgefahr zu trudeln.

Dementsprechend legte das Heimteam los. Der Startgong war kaum verhallt, schon setzten die Reichenbacher zum ersten Kinnhaken an. Nach einem Abpraller reagierte ein FCR-Angreifer am schnellsten und spedierte den Ball nur knapp am Gehäuse vorbei. Ein Weckruf für den FCH? Mitnichten. Die Gäste blieben im Schlummer-Modus hängen. Folglich dauerte es nur wenige Sekunden, bis sich das Heimteam die nächste Gelegenheit erarbeiten konnte. Mit einem beherzten Sprint über den linken Flügel verschaffte sich die Nummer 9 unermesslichen Freiraum. Mit viel Übersicht legte er den Ball anschliessend pfannenfertig für seinen Sturmpartner auf, welcher cool zum 1:0 einschob.

Die Heimberger benötigten einige Minuten um sich von diesem Fehlstart zu erholen. Obschon die Blau-Schwarzen im Verlaufe der Partie etwas besser in Fahrt kamen, vermochten sie sich kaum entscheidend in Szene zu setzen. Die beste Chance zum Ausgleich hatte Adrian Stucki. Nach schöner Vorarbeit vom nimmermüden Caspar Wieland drosch Stucki die Kugel knapp über den Querbalken hinweg. Viel mehr hatten die Gäste nicht zu bieten. Zum Start der Grillsaison servierten sie ihren Anhängern Magerkost à discretion.

Auf der anderen Seite musste Schlussmann Dario Appert mehrmals in Extremnis eingreifen. Mit starken Reflexen hielt der Hexer von Heimberg seine Truppe im Spiel. Schwerstarbeit mussten auch Neo-Innenverteidiger Mathieu Tripod und Matrose Yannick Fischer verrichten. Häufig rollte den beiden Abwehrtürmen eine FCR-Lawine mit drei bis vier Stürmern entgegen. Bis zur Pause fielen jedoch keine weiteren Tore.

Unverändertes Bild auch nach dem Seitenwechsel. Gegen die aufsässige und körperbetonte Spielweise des Heimteams fanden die Heimberger schlichtweg kein Mittel. Egal ob Zweikämpfe am Boden oder in der Luft, die Blau-Schwarzen hatten meist das Nachsehen. Häufig versuchte der FCH sein Glück mit hohen Diagonalbällen, was in etwa so erfolgsversprechend war wie mit gekochten Spaghetti Mikado spielen. Die Reichenbacher ihrerseits mussten sich vorwerfen lassen, diverse Kontermöglichkeiten gar leichtsinnig verspielt zu haben. Somit würde schon ein Geniestreich der Besucher reichen um die Uhren wieder auf Null zu stellen.

Noch rund eine Viertelstunde war zu spielen, als Captain Jegerlehner aus dem Mittelfeld heraus lanciert wurde. Ohne lange zu zögern hämmerte der quirlige Zeremonienmeister die Pille auf den Kasten. Direkt neben dem rechten Torpfosten schlug der Ball unhaltbar im Tor ein. Massarbeit par excellence der Nummer 19. Da war er also, dieser eine Geniestreich.

 

Leider währte die Freude nur kurz. Praktisch im Gegenzug markierten die Einheimischen die neuerliche Führung. Nach einem schwungvollen Angriff ging FCR-Stürmer Luginbühl am entfernten Torpfosten vergessen und konnte ungehindert zum 2:1 einschieben. Wiederum konnten die Gäste der entschlossenen Angriffswelle nicht entgegenhalten. Mit grossem Engagement und viel Leidenschaft verteidigten die Reichenbacher in der Folge den knappen Vorsprung. Einzig ein Kopfball von Routinier Romain Frosio liess den Atem der Zuschauer kurz stocken. Es lief bereits die Nachspielzeit als das Sprachtalent den Ball auf die Oberkante der Latte beförderte. Kurz darauf erlöste der Schiedsrichter die Lokalmatadoren und pfiff die Partie ab.

In den stürmischen FCR-Gewässern kenterte der Heimberger Katamaran und konnte somit den Kurs auf Platz 3 nicht halten. Mit viel Herzblut und Einsatz hat sich der FC Reichenbach diese drei Punkte verdientermassen erarbeitet. Die Heimberger ihrerseits zogen einen schwachen Tag ein und fahren zu Recht ohne Punkte nach Hause. Im letzten Spiel der Saison gilt es nun diese Scharte auszuwetzen und auf dem heimischen Waldgarten einen versöhnlichen Saisonabschluss zu gestalten. Am Samstag um 16.00 Uhr werden die Jungs von Jürg Ramseier dieses Unterfangen starten. Zu Gast ist der FC Frutigen unter der Leitung von Grant Schweizer. Bis dann!

#9 Pascal Dummermuth