FC Heimberg – FC Frutigen, 27.05.2017

27.05.2017; 16:00 Uhr; Meisterschaftsspiel 22. Runde

FC Heimberg – FC Frutigen 3:4 (2:2) 

Tore: 9. Stucki; 16. Dummermuth; 34. M. Schmid (FCF); 44. M. Schmid (FCF); 55. Maurer (FCF); 66. Wandfluh (FCF); 77. Dummermuth

Aufstellung: Appert, Tripod, Schober, Fischer, Gurtner A., Schneider, Wittwer J., Stucki A., Studer, Dummermuth, Jegerlehner

Ersatzbank: Aeschbacher, Beck, Gurtner M., Leu, Wieland

FCH ohne: Da Costa, Fahrni, Frosio, Keller, Mohr, Stucki F., Wittwer D.

Verwarnungen FCH: Stucki A.


Zum Abschluss der Saison 2016/17 gastierte der FC Frutigen auf dem Waldgarten. Beide Mannschaften mussten unter der Woche als Verlierer vom Platz und waren daher auf Widergutmachung aus. Für die Heimberger galt es, sich Ürsu’s legendäre Gaumenschmaus-Platte mit einem engagierten Spiel zu verdienen und nochmals einen Angriff auf Platz 3 zu starten.

Die Einheimischen starteten schwungvoll in die Partie. Vor allem die linke Seite mit Marathonmann Adrian Gurtner und Philipp Studer zeigt sich sehr unternehmungslustig. Keine zehn Minuten waren gespielt als Captain Christoph Jegerlehner eben jenen linken Couloir runter sprintete und das Spielgerät gefühlvoll in den Sechzehner flankierte. Am zweiten Pfosten lauerte der aufgerückte Adrian Stucki, der den Ball mittels technisch anspruchsvoller Direktabnahme zum 1:0 ins Tor beförderte. Während Schuhsammler Stucki seinen neugewonnen Ruf als torgefährlicher Mittelfeldpuncher weiter zementierte, bewies Jegerlehner ein weiteres Mal seine Qualitäten als Wegbereiter. Der Vorlagenkönig hat diese Saison gefühlt mehr Assists gesammelt als Connor McDavid und Sidney Crosby zusammen.

Eben erwähnte Protagonisten waren auch bei der Entstehung des zweiten Treffers massgeblich beteiligt. Wiederum düpierte Jegerlehner seine Gegenspieler und legte für Stucki auf. In ärgster Bedrängnis konnte dieser den Ball gerade noch zu Dummermuth weiterleiten, der den Ball am Torhüter vorbei im Gehäuse unterbringen konnte. Zum Leidwesen der Blau-Schwarzen musste Leithammel Jegerlehner kurz darauf humpelnd das Spielfeld verlassen.

Bis Mitte der ersten Halbzeit lief alles nach Plan für die Équipe von Jürg Ramseier. Vor der Abwehr sorgte Allzweckwaffe Ramon Schneider für Ordnung. Im Spielaufbau waren die Mittelfeldmotoren Philipp Studer und Dribbelkünstler Joel Wittwer meist nur regelwidrig zu stoppen. Zudem verweigerte der Schiedsrichter dem Treffer zum vermeidlichen 3:0 seine Anerkennung, da er eine Abseitsposition ausfindig gemacht hatte. Nichtsdestotrotz schienen die Heimberger dem dritten Treffer näher als die Frutiger dem Anschlusstor.

Leider schalteten die Hausherren im Anschluss zwei Gänge zurück. Als ob man keine Kohlen mehr in den Brennofen der FCH-Dampflok schaufeln würde. Begünstigt vom fahrigen Zweikampfverhalten der Akteure in Blau-Schwarz, gelang es den Visitierenden vermehrt gefährliche Überzahlsituationen zu erschaffen. So kamen die Gäste aus dem Kandertal nicht nur besser in Spiel, sondern sogar zum Torerfolg. Nach einem zielstrebigen Angriff über die linke Seite verwertete FCF-Goalgetter Schmid einen Querpass mustergültig. Eben jener Schmid sorge quasi mit dem Pausenpfiff auch noch für den Ausgleich. Nach einem langen Ball genossen die Frutiger wiederum viel zu grosse Freiräume, welche sie clever ausnutzten. Allerdings hatte der Ausgleich zum 2:2 einen leicht faden Beigeschmack. Der sprintstarke Yannick Fischer versuchte mit letztem Einsatz den Gegentreffer zu verhindern und wurde hierbei vermutlich regelwidrig von Torschütze Schmid angegangen.

 

 

Im Zuschauerraum nährte sich die Hoffnung, dass Jürg Ramseier in der Pause die ausgediente Dampflokomotive gegen einen neuwertigen ICE eintauschen würde. Nun ja, der Waldgarten-ICE hatte gelinde gesagt noch Verbindungsstörungen. Nach einem Freistoss kam ein Frutiger ziemlich unbehelligt zu Kopfball. Mit einer glänzenden Reaktion kratzte Keeper Dario Appert die Kugel von der Linie. Da die Gastmannschaft schlichtweg wacher agierte und entschlossen nachsetzte, drückten sie den Abpraller doch noch über die Linie zur erstmaligen Führung.

Wenig später musste sich Appert bereits zum vierten Mal geschlagen geben. Nach einem Vorstoss über die rechte Seite fanden die Heimberger keinen Zugang zu ihren Gegenspielern. Dementsprechend konnte Wandfluh die flache Hereingabe problemlos zum 4:2 im Tor unterbringen. Ein weiterer Nackenschlag für die Einheimischen. Immerhin bäumten sich die Zurückliegenden nochmals auf. So langsam schien der ICE Netzanschluss gefunden zu haben.

Frei nach dem Motto „Jugend forscht“ lancierte Trainer Ramseier mit der Einwechslung von Marco Gurtner und David Leu die Schlussoffensive. Ein cleverer Schachzug. Der Jüngste aus dem Gurtner-Geschwader steckte das Spielgerät galant zu Mittelstürmer Dummermuth durch. Die frisch frisierte Nummer 9 umkurvte einen Verteidiger und zog ab. Irgendwie kullerte der Ball an Freund und Feind vorbei ins Tor. Plötzlich stand es nur noch 3:4.

Vehement drückte die Waldgarten-Truppe nun auf den Ausgleich. Die Verschnaufpausen für Hintermannschaft des FC Frutigen wurden immer kürzer. Es lief bereits die Nachspielzeit als Patric Beck in bester Tsubasa-Manier einen Volley-Torpedo aus rund 20 Metern aufs Gehäuse donnerte. Der reaktionsstarke Gäste-Keeper vermochte das Fluggeschoss gerade noch abzuwehren. Der Abpraller landete via Umweg vor den Füssen von Jüngling David Leu. Beinahe wäre der schlaksige Junior noch zum Matchwinner avanciert, doch Leu jagte den Ball über den Querbalken. Es sollte die letzte Möglichkeit der Partie gewesen sein.

Somit verabschieden sich die Heimberger mit einem Misserfolg in die Sommerpause. Ein besonders ärgerliches Ergebnis, da die Niederlage keinesfalls unvermeidbar gewesen wäre. Nicht zum ersten Mal glich die Leistung während 90 Minuten einer Achterbahnfahrt mit wilden Ups und Downs. Unter dem Strich blicken die Jungs von Jürg Ramseier auf eine ordentliche Rückrunde zurück, wobei die letzten beiden Partien mit den Niederlagen sicherlich Abzüge in der Benotung mit sich ziehen.

An dieser Stelle für alle Fans und Freunde des FC Heimberg nochmals der Hinweis: Vom 7. bis zum 9. Juli 2017 findet auf dem Waldgarten das legendäre Powerweekend statt. Die ideale Möglichkeit um die Sommerpause zu überbrücken. Die Meisterschaftsrunde 2017/18 startet erfahrungsgemäss etwa Mitte August. Bis dann!

#9 Pascal Dummermuth

 

 

FC Reichenbach – FC Heimberg, 23.05.2017

23.05.2017; 19:00 Uhr; Meisterschaftsspiel 21. Runde

FC Reichenbach – FC Heimberg 2:1 (1:0) 

Tore: 3. Schärz (FCR); 74. Jegerlehner; 77. Luginbühl (FCR)

Aufstellung: Appert, Leu, Tripod, Fischer, Gurtner A., Stucki A., Frosio, Aeschbacher, Wieland, Jegerlehner, Gurtner M.

Ersatzbank: Beck, Dummermuth, Studer, Wittwer J.

FCH ohne: Da Costa, Fahrni, Keller, Mohr, Schneider, Schober, Stucki F., Wittwer D.

Verwarnungen FCH: Jegerlehner, Fischer, Beck


Nach langem Warten scheint nun endlich der Sommer im Berner Oberland Einzug gehalten zu haben. Bei bestem Wetter und angenehmen Temperaturen konnte die 21. Meisterschaftsrunde ausgetragen werden. In der einen Ecke der FC Heimberg, der aus einer gesicherten Mittelfeldposition heraus ins Spiel startete. In der anderen Ecke der FC Reichenbach, welcher dringend auf Punkte angewiesen ist um nicht in Abstiegsgefahr zu trudeln.

Dementsprechend legte das Heimteam los. Der Startgong war kaum verhallt, schon setzten die Reichenbacher zum ersten Kinnhaken an. Nach einem Abpraller reagierte ein FCR-Angreifer am schnellsten und spedierte den Ball nur knapp am Gehäuse vorbei. Ein Weckruf für den FCH? Mitnichten. Die Gäste blieben im Schlummer-Modus hängen. Folglich dauerte es nur wenige Sekunden, bis sich das Heimteam die nächste Gelegenheit erarbeiten konnte. Mit einem beherzten Sprint über den linken Flügel verschaffte sich die Nummer 9 unermesslichen Freiraum. Mit viel Übersicht legte er den Ball anschliessend pfannenfertig für seinen Sturmpartner auf, welcher cool zum 1:0 einschob.

Die Heimberger benötigten einige Minuten um sich von diesem Fehlstart zu erholen. Obschon die Blau-Schwarzen im Verlaufe der Partie etwas besser in Fahrt kamen, vermochten sie sich kaum entscheidend in Szene zu setzen. Die beste Chance zum Ausgleich hatte Adrian Stucki. Nach schöner Vorarbeit vom nimmermüden Caspar Wieland drosch Stucki die Kugel knapp über den Querbalken hinweg. Viel mehr hatten die Gäste nicht zu bieten. Zum Start der Grillsaison servierten sie ihren Anhängern Magerkost à discretion.

Auf der anderen Seite musste Schlussmann Dario Appert mehrmals in Extremnis eingreifen. Mit starken Reflexen hielt der Hexer von Heimberg seine Truppe im Spiel. Schwerstarbeit mussten auch Neo-Innenverteidiger Mathieu Tripod und Matrose Yannick Fischer verrichten. Häufig rollte den beiden Abwehrtürmen eine FCR-Lawine mit drei bis vier Stürmern entgegen. Bis zur Pause fielen jedoch keine weiteren Tore.

Unverändertes Bild auch nach dem Seitenwechsel. Gegen die aufsässige und körperbetonte Spielweise des Heimteams fanden die Heimberger schlichtweg kein Mittel. Egal ob Zweikämpfe am Boden oder in der Luft, die Blau-Schwarzen hatten meist das Nachsehen. Häufig versuchte der FCH sein Glück mit hohen Diagonalbällen, was in etwa so erfolgsversprechend war wie mit gekochten Spaghetti Mikado spielen. Die Reichenbacher ihrerseits mussten sich vorwerfen lassen, diverse Kontermöglichkeiten gar leichtsinnig verspielt zu haben. Somit würde schon ein Geniestreich der Besucher reichen um die Uhren wieder auf Null zu stellen.

Noch rund eine Viertelstunde war zu spielen, als Captain Jegerlehner aus dem Mittelfeld heraus lanciert wurde. Ohne lange zu zögern hämmerte der quirlige Zeremonienmeister die Pille auf den Kasten. Direkt neben dem rechten Torpfosten schlug der Ball unhaltbar im Tor ein. Massarbeit par excellence der Nummer 19. Da war er also, dieser eine Geniestreich.

 

Leider währte die Freude nur kurz. Praktisch im Gegenzug markierten die Einheimischen die neuerliche Führung. Nach einem schwungvollen Angriff ging FCR-Stürmer Luginbühl am entfernten Torpfosten vergessen und konnte ungehindert zum 2:1 einschieben. Wiederum konnten die Gäste der entschlossenen Angriffswelle nicht entgegenhalten. Mit grossem Engagement und viel Leidenschaft verteidigten die Reichenbacher in der Folge den knappen Vorsprung. Einzig ein Kopfball von Routinier Romain Frosio liess den Atem der Zuschauer kurz stocken. Es lief bereits die Nachspielzeit als das Sprachtalent den Ball auf die Oberkante der Latte beförderte. Kurz darauf erlöste der Schiedsrichter die Lokalmatadoren und pfiff die Partie ab.

In den stürmischen FCR-Gewässern kenterte der Heimberger Katamaran und konnte somit den Kurs auf Platz 3 nicht halten. Mit viel Herzblut und Einsatz hat sich der FC Reichenbach diese drei Punkte verdientermassen erarbeitet. Die Heimberger ihrerseits zogen einen schwachen Tag ein und fahren zu Recht ohne Punkte nach Hause. Im letzten Spiel der Saison gilt es nun diese Scharte auszuwetzen und auf dem heimischen Waldgarten einen versöhnlichen Saisonabschluss zu gestalten. Am Samstag um 16.00 Uhr werden die Jungs von Jürg Ramseier dieses Unterfangen starten. Zu Gast ist der FC Frutigen unter der Leitung von Grant Schweizer. Bis dann!

#9 Pascal Dummermuth

FC Heimberg – FC Wattenwil, 20.05.2017

20.05.2017; 16:15 Uhr; Meisterschaftsspiel 20. Runde

FC Heimberg – FC Wattenwil 7:4 (3:2) 

Tore: 6. Stucki; 19. Herren (FCW); 20. Stucki; 21. Frosio; 38. Herren (FCW); 48. Wieland; 53. Wieland; 65. Krebs (FCW); 73. Dummermuth; 82. Beck (Penalty); 89. Fankhauser (FCW)

Aufstellung: Appert, Tripod, Fischer, Schober, Gurtner A., Stucki A., Frosio, Aeschbacher, Wieland, Jegerlehner, Gurtner M.

Ersatzbank: Beck, Dummermuth, Schneider, Studer, Wittwer J.

FCH ohne: Leu, Da Costa, Fahrni, Keller, Mohr, Stucki F., Wittwer D.

Verwarnungen FCH: –


Bei sommerlichen Verhältnissen standen sich in der 20. Spielrunde der FC Heimberg und der FC Wattenwil gegenüber. Letztgenannter Verein ist aufgrund der suboptimalen Tabellenposition dringend auf Punkte angewiesen, will man nächste Saison nicht in der 4. Liga antreten müssen. Die Heimberger ihrerseits peilen dank einer ordentlichen Rückrunde den dritten Platz an. Zudem sollte das Publikum auf dem Waldgarten Zeuge eines bisher nie gesehenen taktischen Experiments werden. Dazu später mehr.

Rein in die Partie. Die Heimberger versuchten den möglicherweise verunsicherten Gegner sofort unter Druck zu setzten. Mit Erfolg. Bereits nach 6. Minute brachte Stammtischjasser Adrian Stucki die Hausherren mit einem satten Schuss in Front. In den ersten zwanzig Minuten gelang es dem Heimteam den Gegner nahezu komplett vom eigenen Sechzehner fernzuhalten. Bis zu diesem Zeitpunkt lief Schlussmann Appert eher Gefahr sich einen Sonnenbrand denn einen Gegentreffer einzufangen. Dies änderte sich schlagartig. Nach einem Freistoss setzten die Wattenwiler entschlossen nach und erzielten den Ausgleich. Gleich mit ihrem ersten Torschuss waren die Gäste erfolgreich.

Kaum hatte Schiedsrichter Mosimann den Rapportbogen nachgeführt, fiel bereits der nächste Treffer. Stucki brachte die Heimtruppe postwendend wieder in Führung. Insbesondere Stucki startete mit einer gehörigen Portion Wut im Magen in die Partie, da er Coach Ramseier’s Schlachtplan nur wenig Begeisterung abgewinnen konnte. Ausgerechnet jener Stucki hatte nun also bereits zwei Treffer auf dem Konto. Wiederum liessen die Heimberger dem Schiedsrichter kaum genug Zeit das Matchtableau nachzuführen, bis es abermals klingelte. Am anderen Ende der Leitung meldete sich Romain Frosio als Torschütze. Der sympathische Ü30-Matador aus dem westlichen Teil der Eidgenossenschaft buchte den Treffer zum 3:1 mit einem gefühlvollen Linksschuss. Für Physiotherapeut Frosio war es der erste Saisontreffer. Vermutlich wäre dies gar Thema Nummer 1 auf dem Waldgarten geblieben, hätte Jürg Ramseier dem Romand nicht kurzerhand die Show gestohlen.

In der Mitte der ersten Halbzeit tauschte Taktikfuchs Ramseier nicht weniger als 5 (!!) Spieler zeitgleich aus. Mit einem Blockwechsel wie es die Hockeynationalmannschaften aktuell an der Weltmeisterschaft praktizieren, erneuerte der Coach Mittelfeld und Sturm rundum. Auf den ersten Blick hatte die Rochade keinen grossen Einfluss auf das Spielgeschehen. Das Spielgerät befand sich mehrheitlich in den Beinen der Blau-Schwarzen. Allerdings mangelte es dem FCH in dieser Phase etwas an Zielstrebigkeit, speziell im und um den Strafraum herum. So kam was kommen musste. Nach einem unglücklichen Klärungsversuch von Schlussmann Appert, stand FCW-Stürmer Herren plötzlich alleine vor dem Kasten. Souverän markierte er den Anschlusstreffer zum 3:2. Bis zur Pause fielen keine weiteren Tore.

 

Mit dem Pausentee stellten die Heimberger sämtliche Uhren zurück. Soll heissen: Block 2 nimmt vorerst wieder auf der Bank Platz, Block 1 startet in Durchgang Zwei. Und wie! Kurz nach dem Seitenwechsel entwischte Rakete Wieland der gegnerischen Hintermannschaft und donnerte die Pille zum 4:2 ins lange Eck. Trotz akuter Abstiegssorgen seines Herzensvereins 1860 München legte Wieland sogar noch einen drauf. Akrobatisch wie einst Thierry Henry pflückte die Nummer 8 einen langen Ball vom Himmel und nagelte die Kugel vorbei am staunenden Torhüter zum 5:2 ins Tor. Etliche Zuschauer werden vermutlich vor lauter Erstaunen am Montag mit heruntergefallenen Kinnladen zur Arbeit erschienen sein.

In der 65. Minuten schafften die tapferen Wattenwiler durch ein Prachtstor von Krebs nochmals den Anschluss. Beeindrucken mit welcher Effektivität die Gäste ihre Torchancen nutzten. Gefühlt produzierten sie aus drei Torschüssen ebenso viele Treffer. Allzu lange währte die Freude der Gäste jedoch nicht. Heimberger-Messi Christoph Jegerlehner düpierte im Alleingang die ganze Abwehrreihe und passte haargenau zur Mitte, wo Pascal Dummermuth nur noch einschieben musste. Das 6:3 war wohl die endgültige Entscheidung in dieser Partie. Wenige Minuten vor dem Treffer nahm Taktikgeneral Ramseier übrigens wiederum seinen Blockwechsel vor.

Ebenfalls im zweiten Block stationiert waren die Mittelfeldpuncher Schneider und Beck. Die beiden Hauptfiguren für den nächsten Treffer. Mit einem beherzten Dribbling tankte sich Storenmonteur Schneider bis in den Strafraum, wo er wie ein Rollladen zu Boden ging. Schiedsrichter Mosimann machte eine regelwidrige Intervention eines Gegenspielers für Schneiders Bruchlandung verantwortlich. Demnach entschied er auf Penalty für Heimberg. Den fälligen Strafstoss versenkte Patric Beck souverän im Kasten. Kurz vor dem Schlusspfiff gelang den Gästen noch der vierte Treffer. Ein Tor das lediglich zur Resultatkosmetik diente.

Unter dem Strich resultiert ein verdienter Sieg für das Heimteam. Über die gesamte Spieldauer betrachtet, waren die Heimberger sicher das aktivere und spielbestimmende Team. Leider konnte die defensive Stabilität der letzten Wochen nicht beibehalten werden. In diesem Bereich wird im kommenden Spiel sicherlich eine Steigerung von Nöten sein. Ob die Block-Strategie dauerhaft als probates Instrument in die ramseiersche Strategie-Schatulle aufgenommen wird, bleibt abzuwarten.

Die nächste Gelegenheit das Punktekonto zu nähren bietet sich bereits am kommenden Dienstag. Bereits um 19.00 Uhr tritt der FC Heimberg auswärts beim FC Reichenbach an. Die Kandertaler erwiesen sich in Vergangenheit als unangenehmer Widersacher. Auf dem heimischen Kunstrasen sammeln die Reichenbacher regelmässig Punkte. Man darf gespannt sein, mit welchem wohlberechneten Schachzug die Heimberger versuchen werden den Gegner auszutricksen. Bis dann!
#9 Pascal Dummermuth
 

 

FC Steffisburg – FC Heimberg, 11.05.2017

11.05.2017; 20:30 Uhr; Meisterschaftsspiel 19. Runde

FC Steffisburg – FC Heimberg 0:1 (0:0) 

Tor: 58. Keller

Aufstellung: Appert, Fischer, Schober, Wittwer D., Gurtner A., Stucki A., Frosio, Aeschbacher, Wieland, Jegerlehner, Gurtner M.

Ersatzbank: Leu, Keller, Schneider, Studer, Tripod, Wittwer J.

FCH ohne: Beck, Da Costa, Dummermuth, Fahrni, Mohr, Stucki F.

Verwarnungen FCH: Appert, Stucki A., Keller


Bereits am Donnerstag fand die vorgezogene Partie der 19. Meisterschaftsrunde statt. Die Rasselbande von Jürg Ramseier gastierte beim Tabellennachbarn in Steffisburg. Die Flutlichtpartie fand bei bestem Fussballwetter und einer derbywürdigen Kulisse statt.

Den besseren Start erwischten die Hausherren. Besonders über die linke Seite gelangen den Steffisburgern flüssige Aktionen. Meist agierten sie jedoch auf den letzten Metern vor dem Tor etwas gar kompliziert und vertändelten so aussichtsreiche Gelegenheiten. Die beste Chance bot sich dem polyvalenten Captain Ramon Mezger. Dank einer starken Reaktion gelang es Schlussmann Dario Appert gerade noch den wuchtigen Schuss des torgefährlichen Antreibers über das Gehäuse zu lenken. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich die Heimberger nicht über einen Rückstand beklagen dürfen.

In der Folge fanden die Blau-Schwarzen besser in die Partie. Leider verpassten es auch die Gäste gute Abschlusspositionen konsequent zu nutzen. Häufig tat man es dem Heimteam gleich und wählt die umständlichste aller Variante oder riskierte die eine Finte zu viel, so dass erfolgsversprechende Augenblicke versandeten. Hinzu gesellte sich eine Portion Pech, denn bei zwei Abschlüsse von Captain Christoph Jegerlehner fehlte denkbar wenig zum Torerfolg. Torlos verabschiedeten sich die beiden Mannschaften zum Halbzeittee.

Mit der Hereinnahme von Thomas Keller anstelle des maulwurfsuchenden Dominic Aeschbachers, versuchte Coach Ramseier die Offensive neu zu beleben. Ein cleverer Schachzug. Wühlmaus Jegerlehner konnte von einer Horde Gegenspieler nur noch regelwidrig gestoppt werden. Nachdem der Routinier sich unter der Woche bereits gegen hartnäckige Grippeviren durchgesetzt hatte, untermauerte er einmal mehr seine Robustheit. Den fälligen Freistoss von der Strafraumkante knallte Käsekenner Adrian Stucki an den linken Innenpfosten. Reaktionsschnell bugsierten Laufwunder Wieland und Edeljoker Keller in Koproduktion den Abpraller nochmal Richtung Tor. Ob die Kugel in der Folge die Torlinie wirklich vollständig passierte oder nicht, lässt sich ohne Videobeweis nicht abschliessend beurteilen. Der Unparteiische entschied sich jedenfalls prompt und ohne zögern auf Tor durch Keller.

Kurz darauf hätte der ebenfalls eingewechselte Philipp Studer beinahe den zweiten Treffer erzielt. Nach einem zügig vorgetragenen Konter spedierte Oktoberfestdauergast Studer den Ball knapp am Pfosten vorbei. Die meisten der Zuschauer hätten besonders der kampfstarken Nummer 20 den Torerfolg von Herzen gegönnt, da Studer für gewöhnlich häufiger Geburtstag als eigenen Tore feiert. Die Viererkette um Fischer, Wittwer, Schober und Gurtner bot dem Gegner kaum Raum zur Entfaltung, so dass die Offensivabteilung der Heimberger immer wieder aussichtsreiche Konter lancieren konnte. In der einen oder anderen Situation, hätte ein Quäntchen mehr Zielstrebigkeit vielleicht sogar schon die Vorentscheidung herbeiführen können.

 

Speziell Dominique Wittwer stellte seine Wichtigkeit für Hintermannschaft des FCH nochmal eindrucksvoll unter Beweis. Für den Haudegen war es das letzte Meisterschaftsspiel in dieser Saison, da er in den kommenden Wochen der Schweizer Botschaft in Kuba einen neuen Anstrich verpassen wird. Ob dies für die FCH-Defensive oder für Hidir’s Umsatzzahlen den herberen Verlust darstellt, bleibt abzuwarten. An seiner Seite zeigte der grossgewachsene Kilian Schober eine konzentrierte und fehlerfreie Vorstellung. Schober’s Formkurve stieg in den letzten Wochen kontinuierlich an. Mittlerweile zittert man in Heimberg nur noch wenn Schober sich hinters Steuer setzt.

Wie schon bei der vorangegangen Partie gegen den FC Dürrenast, darf man der ganzen Équipe wiederum eine ordentliche Defensivleistung attestieren. Bis zum Schlusspfiff gelang es dem Heimteam nicht mehr klare Torchance zu erarbeiten. Mannschaftlich geschlossen und mit grossem Engagement half die ganze Truppe mit, den Kasten von Dario Appert sauber zu halten und den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten. Für Appert war es der zweite Shotout in Serie. Bis zum Bundesligarekord von Timo Hildebrand fehlen dem fliegenden Heimberger somit nur noch 704 Minuten, oder umgerechnet 8 Partien.

Zum Leidwesen der Heimberger holte sich Torschütze Thomas Keller in der Nachspielzeit seine 4. Gelbe Karte ab, als er im Stile von Roy Keane einen Gegenangriff stoppte. Der Melkmaschinentechniker wird somit die nächste Partie von der Bierkurve aus verfolgen müssen.

Weiter geht es für die Mannen von Jürg Ramseier am Samstag, 20. Mai 2017, mit dem Heimspiel gegen den FC Wattenwil. Die Wattenwiler befinden sich in Abstiegsgefahr und werden daher sicherlich erbittert von der ersten Sekunde an für einen Punktgewinn kämpfen. Die Partie beginnt um 16.15 Uhr im Stade de Waldgarten. Bis dann!
#9 Pascal Dummermuth
 

FC Heimberg – FC Dürrenast, 06.05.2017

06.05.2017; 16:00 Uhr; Meisterschaftsspiel 18. Runde

FC Heimberg – FC Dürrenast 0:0 (0:0) 

Tore: –

Aufstellung: Appert, Fischer, Schober, Wittwer D., Gurtner A., Beck, Frosio, Aeschbacher, Wittwer J., Wieland, Jegerlehner

Ersatzbank: Gurtner M., Leu, Schneider, Stucki A., Tripod

FCH ohne: Da Costa, Dummermuth, Fahrni, Keller, Mohr, Stucki F., Studer

Verwarnungen FCH: Beck


Schon lange vor Anpfiff der 18. Meisterschaftsrunde begann der Himmel über Thun zu weinen. Starker Regen und kühle Temperaturen verwandelten den Waldgarten in eine Art Craven Cottage-Miniatur. Gummistiefel und Stollenschuhe ersetzten Sonnencreme und Sandaletten. Passend zum englischen Wetter, freuten sich die Schaulustigen am Seitenrand auf eine beherzte Grätscherei.

Noch vor Wochenfrist beklagte sich der Schreiberling an selber Stelle über die Vielzahl von Toren, da keine Matchberichte im Umfang der Herr der Ringe-Trilogie vorgesehen sind. Seit letztem Samstag wissen wir nun, dass die Fussballgötter den FCH-Newsletter abonniert haben und eng mit dem Karma zusammenarbeiten.

Bereits in den ersten zehn Minuten boten sich den Einheimischen gute Möglichkeiten das Score zu eröffnen. Leider gelang es den Blau-Schwarzen nicht die verheissungsvollen Chancen in Bares umzumünzen. In der Folge gelang es dem FC Dürrenast sich besser auf den Gegner einzustellen. Obschon die Heimberger mehrheitlich in Ballbesitz waren, gelang es ihnen nur selten für Torgefahr zu sorgen. Die zunehmend schwierigen Platzverhältnisse spielten den Gästen zudem in die Karten. Das Schwimmbecken Waldgarten liess ein gepflegtes Kombinationsspiel kaum zu. Besonders auffällig agierte der lauffreudige Joel Wittwer. Der vom Schwimm- und Planschverein Neufundland mit dem Tintenfischabzeichen prämierte Dribbler, präsentierte nahezu sein ganzes Repertoire an Kabinettstücken.

Um das rustikale Handwerk kümmerten sich die Abrissbirnen Dominic Aeschbacher und Patric Beck. Während erstgenannter noch bis Ende 2026 von seiner (notabene fairen!) Doppelgrätsche träumt, wird letzterer die kommende Partie vom Seitenrand aus verfolgen müssen. Ob das taktische Foul oder der anschliessendem Disput mit dem Unparteiischen ausschlaggebend gewesen ist, sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall kassierte Beck nun endgültig seine 4. Gelbe Karte in der laufenden Kampagne und muss somit eine Spielsperre absitzen.

Nach dem Seitenwechsel versuchten die Einheimischen nochmal ein Brikett ins Feuer zu werfen. Mit Erfolg. Doch weder ein Abschluss vom jüngeren der Wittwer-Gebrüder noch ein Kopfball von Sturmrakete Caspar Wieland waren vom Erfolg gekrönt. Auf der Gegenseite trauten sich die Gäste nun ab und an näher an den Strafraum. Nach einem Freistoss aus zentraler Position bewahrte Keeper Dario Appert seine Mannen mit einer starken Reaktion vor dem Rückstand. Ansonsten war der Schlussmann etwa gleich beschäftigt wie ein Bundesangestellter am Freitagnachmittag.

Obschon der FCH auch in der zweiten Halbzeit sowohl spielerisch gute Ansätze als auch kämpferisch beherzten Einsatz zeigte, fehlte vor dem gegnerischen Tor die Durchschlagskraft. Wahrscheinlich hätten die beiden Mannschaften an jenem Samstag auch noch 10 Stunden weiterspielen können und es wären keine Tore gefallen. Solche Spiele kennt wohl jeder Fussballer.

Nun heisst es für die Jungs von Jürg Ramseier zügig regenerieren. Bereits am Donnerstag steht mit dem Derby gegen den FC Steffisburg der nächste Kraftakt vor der Tür. Eine spannende Affiche ist garantiert. Das Duell der beiden Tabellennachbarn findet um 20.30 Uhr auf dem Eichfeld in Steffisburg statt. Bis dann.

#9 Pascal Dummermuth

 

 

FC EDO Simme – FC Heimberg, 29.04.2017

29.04.2017; 16:00 Uhr; Meisterschaftsspiel 17. Runde

FC EDO Simme – FC Heimberg 2:8 (1:5) 

Tore: 15. Adili (EDO); 18. Wieland; 21. Wieland; 37. Wittwer D.; 41. Jegerlehner; 44. Beck; 60. Adili (EDO); 63. Wieland; 71. Wieland; 79. Leu

Aufstellung: Appert, Fischer, Schober, Wittwer D., Gurtner A., Beck, Frosio, Aeschbacher, Wieland, Jegerlehner,

Gurtner M.

Ersatzbank: Dummermuth, Leu, Schneider, Studer, Wittwer J.

FCH ohne: Da Costa, Stucki F., Mohr, Tripod, Stucki A., Keller, Fahrni

Verwarnungen FCH: –


Nach zwei Erfolgen in Serie bot sich der Truppe von Jürg Ramseier die lukrative Möglichkeit zum Sieges-Hattrick. Man musste jedoch davon ausgehen, dass dies nicht im Sinne des FC EDO Simme ist. Die etwas in Abstiegsgefahr geratenen Simmentaler sind ihrerseits auf Punkte angewiesen. Soviel zur mutmasslichen Ausgangslage. Wie häufig bei Prognosen von Hobbyexperten oder Wettervorhersagern, kommt es im Enddefekt anders als erwartet.

Im Normalfall gebührt es sich, einen Matchbericht chronologisch anhand der Geschehnisse aufzubauen und besondere Vorkommnisse, wie beispielsweise Tore, detaillierter auszuschmücken. Nun, in diesem konkreten Fall hätte eine solche Vorgehensweise zur Folge, dass der Matchbericht mehr Seiten als das Strafgesetzbuch aufweist. Nicht weniger als 10 Tore wurden den Zuschauern in der Au-Allmend geboten. Da die gütigen Gastgeber von einer gerechten Aufteilung absahen, notierten die Heimberger 2 Treffer im Soll und gleich deren 8 im Haben. Ein Ergebnis, dass in solcher Deutlichkeit nicht zu erwarten wart.

Obschon das Heimteam durch den schnellen Dzevit Adili früh in Führung ging, vermochten die EDO’ler nur selten für Gefahr vor dem appertischen Gehäuse zu sorgen. Auf der Gegenseite stellte allen voran Caspar Wieland die Abwehr immer wieder vor akute Probleme. In gewohnter Manier spulte der Kenenisa Bekele von Heimberg Kilometer um Kilometer ab. Und es schien, als habe die Nummer 8 das Jagdpatent 2017 endlich mit im Gepäck. Innert wenigen Minuten drehte Wieland mit zwei Toren die Partie.

Es kam gar noch besser für den FCH. Mit einem unkonventionellen Nasenball erhöhte Dominique Wittwer auf 3:1. In dieser Situation kam dem kopfballstarken Teilzeitkubaner zu Gute, dass er im Strafraum der Einheimischen mehr Raum als donnerstags im Camino vorfand. Bis zum Pausenpfiff schraubten die in der Rückrunde sehr treffsicheren Christoph Jegerlehner und Patric „Parjeo“ Beck das Score sogar noch weiter in die Höhe. Es schien, als haben die Heimberger einen dieser Tage erwischt, an denen einem einfach alles gelingt.

Auch in der zweiten Halbzeit erwischten die Lokalmatadore den besseren Start. Wiederum entwischte der auffälligste EDO-Spieler, Dzevit Adili, der Hintermannschaft und markierten seinen zweiten Volltreffer. Einer nervenaufreibenden Aufholjagd vorbeugend, schickte die SOKO Heimberg nochmals ihren besten Spürhund ins Rennen. Mit einer beeindruckenden Präzision witterte Windhund Wieland sämtliche Fährten, so dass er binnen wenigen Minuten zweimal den Ball aus kürzester Entfernung nur noch über die Linie drücken musste. Spätestens jetzt war die Partie endgültig entschieden.

 

Den Schlussstand von 8:2 besorgte David Leu. Für den Jungspund war es der erste Treffer in der laufenden Kampagne. Hoffen wir, dass der grossgewachsene Aussenspieler noch genug von seinem Konfirmationsgeld übrig hat, um seine Premieren-Harasse zu berappen.

Unter dem Strich resultiert ein klarer und diskussionsloser Sieg für die Équpie vom Waldgarten. Die arg verletzungsgebeutelten Simmentaler konnten dem FCH nur phasenweise Paroli bieten. Obschon die 3 Punkte zweifelsohne verdient erspielt wurden, wäre übermässige Selbstgefälligkeit fehl am Platz. Am kommenden Samstag wartet mit dem FC Dürrenast ein Gegner der den Blau-Schwarzen erfahrungsgemäss alles abverlangen wird. Die Partie startet wie gewohnt um 16.00 Uhr auf dem heimischen Waldgarten. Bis dann!

 

#9 Pascal Dummermuth

 

 

FC Heimberg – FC Konolfingen, 22.04.2017

22.04.2017, 16:00 Uhr; Meisterschaftsspiel 16. Runde

FC Heimberg – FC Konolfingen 4:3 (2:2) 

Tore: 20. Torschütze unbekannt (FCK); 23. Dummermuth; 24. Beck; 41. Torschütze unbekannt (Penalty, FCK); 47. Torschütze unbekannt (FCK); 61. Gurtner A.; 77. Aeschbacher (Penalty)

Aufstellung: Appert, Leu, Schober, Wittwer D., Gurtner A., Beck, Studer, Frosio, Jegerlehner, Dummermuth, Gurtner M.

Ersatzbank: Aeschbacher, Da Costa, Fischer, Schneider, Wittwer J., Wieland

FCH ohne: Stucki F., Mohr, Tripod, Stucki A., Keller, Fahrni

Verwarnungen FCH: Beck, Wittwer D., Gurtner M.


Die bisherigen Darbietungen der Mannschaft von Jürg Ramseier sind vergleichbar mit den wechselnden Wetterverhältnissen im Frühjahr 2017. Ein munteres Wechselspiel zwischen strahlendem Sonnenschein und heftigen Niederschlägen. Für das Spiel gegen den FC Konolfingen gelobten die Heimberger diesbezüglich Besserung. Zudem sollte endlich einmal eine Partie ohne Gegentor absolviert werden.

Bekanntermassen haben gute Vorsätze sehr unterschiedliche Lebenserwartungen. Jener der Heimberger hatte in etwa die Lebensdauer einer Kiste Bier in der Umkleidekabine. Rund 20 Minuten waren gespielt, als die Gäste aus Konolfingen ihren Führungstreffer feierten. Nach einem Freistoss behaupteten sich die Konolfinger entschlossen im Strafraum und erzwangen so den Torerfolg. Die Reaktion der Blau-Schwarzen folgte postwendend. Ein FCK-Abwehrspieler unterschätzte das tückische Terrain auf dem Waldgarten, so dass seine Pirouette auf dem Hosenboden endete. Der aufmerksame Christoph Jegerlehner schnappte sich den herrenlosen Ball und zog los. Kurz vor dem Strafraum schob er die Kugel zu Pascal Dummermuth, welcher mit seinem Schuss in die kurze Ecke die Partie ausglich. Keine 60 Sekunden später herrschte bereits wieder Ekstase im Block der Heimfans. Wirtschaftsstudent Patric Beck zimmerte einen Freistoss nahe der Strafraumkante in die obere Torecke. Der bärtige Abräumer offenbart im Kalenderjahr 2017 ungewohnte Torjägerqualitäten. Dass die Nummer 10 auch hinlangen kann, bewies er kurze Zeit später, als er sich nach einem beherzten Zweikampf seine vierte Gelbe Karte der Saison abholte und somit im nächsten Spiel auf der Tribüne Platz nehmen muss.

Kurz vor der Pause machte sich Kilian Schober während einem Laufduell auf die Suche nach etwas Körpernähe. Sein Gegenspieler zeigte sich von den Annoncen wenig begeistert und sprintete munter weiter. Der hartnäckige Schober liess jedoch nicht locker, bis er den Flüchtigen zu stellen vermochte. Unglücklicherweise tat er dies einerseits regelwidrig und andererseits auch noch innerhalb des Strafraums. Folgerichtig zeigte der Unparteiische auf das ausgetrocknete Stück Erde, welches den Elfmeterpunkt mimte. Humorlos verwandelte der Spieler mit der Rückennummer 4 den fälligen Strafstoss zum 2:2. Gegen den platzierten Schuss in die untere Torecke war FCH-Hüter Appert schlichtweg chancenlos. Es war die letzte nennenswerte Aktion im ersten Durchgang.

Das Pausenresultat mit 4 Treffern wiederspiegelte in keinster Weise den Auftritt der beiden Mannschaften. Den Zuschauern wurde eine pomadige und emotionslose Vorstellung serviert. Die Szenerie in der ersten Halbzeit war in etwa so dynamisch und prickelnd wie eine Staumeldung im Radio. Bis hierhin bot vermutlich die Verletzung von Schuhsammler Adrian Stucki, der sich tatsächlich beim Schuhe binden eine Zerrung holte, mehr Gesprächsstoff als das Spiel. Einzig die gleichmässige Aufteilung der Tore schien zu diesem Zeitpunkt gerechtfertigt.

 

Mit einem dreifachen Wechsel zur Pause versuchte Jürg Ramseier seine Truppe wachzurütteln. Wenige Augenblicke nach Wiederanpfiff muss sich Ramseier vorgekommen sein wie ein Solariumbesitzer an der Playa del Carmen. Ein Freistoss aus beträchtlicher Torentfernung landete direkt zur neuerlichen Führung des FC Konolfingen im Tor. Obschon der Ball eine eigenwillige Flugkurve nahm, verdienten sich in dieser Aktion weder Mauer noch Schlussmann Bestnoten. Immerhin schien dieser Gegentreffer die Équipe nun endlich zum Leben erweckt zu haben. Von Minute zu Minute steigerten die Heimberger ihr Engagement.

Sinnbildlich für den Aufwärtstrend entstand der Ausgleich zum 3:3. Adrian Gurtner, das Mentalitätsmonster auf der linken Aussenbahn, tauchte nach einem Sprint über das ganze Spielfeld plötzlich alleine vor dem Gästetorhüter auf. Souverän umkurvte der nimmermüde Aussenverteidiger den Keeper und schob die Pille ins Tor. Eine beachtliche Lauf- und Willensleistung der Nummer 4. Es schien, als sei dies die endgültige Initialzündung für den Rest der Mannschaft gewesen. Im defensiven Mittelfeld schmiss sich Ramon Schneider in jeden Zweikampf und rackerte wie ein Autozug an Ostern. An seiner Seite kurbelten Wettpate Joel Wittwer und Dauersingle Dominic Aeschbacher das Offensivspiel an. In der vordersten Reihe wirbelten die beiden tasmanischen Teufel Caspar Wieland und Marco Gurtner ordentlich Staub auf.

Letztgenannter konnte nach einem feinen Zuspiel von Aeschbacher nur noch regelwidrig vom Ball getrennt werden. Korrekterweise entschied der Schiedsrichter auch in dieser Situation auf Elfmeter. Kalt wie eine Hundeschnauze versenkte Dominic Aeschbacher den Ball zum 4:3 in der linken unteren Torecke. In der Folge boten sich den Lokalmatadoren beste Möglichkeiten die Partie frühzeitig zu entscheiden. Leider wurden diese teilweise etwas gar fahrlässig vergeben. Glücklicherweise liessen die Heimberger die letzte Konsequenz nur im Torabschluss vermissen. Ihre defensiven Pflichten erfüllten die Blau-Schwarzen bis zum Schlusspfiff geradlinig, so dass am Ende ein knapper Sieg zu Buche steht.

Dank einer kontinuierlichen Leistungssteigerung konnten die 3 Punkte verdientermassen auf dem Waldgarten gehalten werden. In Sachen Konstanz besteht sicherlich weiterhin Verbesserungspotenzial. Die Leistungsschwankungen innerhalb von 90 Minuten gleichen immer noch dem Börsenkurs einer Biotech-Aktie. Die nächste Möglichkeit diesen Eindruck zu korrigieren, bietet sich kommenden Samstag ab 16.00 Uhr wenn die Mannschaft in Erlenbach beim FC EDO Simme gastiert. Bis dann!

#9 Pascal Dummermuth

 

 

FC Heimberg – FC Allmendingen, 15.04.2017

15.04.2017, 16:00; Meisterschaftsspiel 15. Runde

FC Heimberg – FC Allmendingen 5:3 (3:1)

Tore: 10. Wyss (FCA), 13. Dummermuth; 17. Gurtner M.; 45. Dummermuth; 68. Aemmer (FCA); 77. Eberhart (FCA, Penalty); 85. Schneider; 90. Aeschbacher (Penalty)


Bei garstigem Osterwetter absolvierte die 1. Mannschaft ihr zweites Heimspiel in der Rückrunde. Es gastierten die Mannen des FC Allmendingen auf dem Waldgarten. In der Vorrunde gelang es dem aktuellen Tabellenschlusslicht den Heimbergern drei Punkte zu entreissen. Die sollte sich auf keinen Fall wiederholen. Erstmals wieder im Kader stand Dario Appert. Der schlaksige Schlussmann kehrte nach mehrmonatigem Didgeridoo-Schnitzkurs wieder zurück in die Schweiz.

In den ersten Minuten schien es, als würden die Heimberger den besseren Start erwischen. Mehrmals brachten sie sich in Abschlussposition. An der Genauigkeit haperte es allerdings noch. Entgegen dem Spielverlauf waren es die Gäste in Gelb, welche das erst Tor bejubelten. Auf eine feine Einzelleistung am rechten Flügel folgte ein wildes Tohuwabohu im Strafraum. Die Szene glich einem 3rd Down auf der 2 Yard-Linie im Football. Schlussendlich gelang den Gästen der Touchdown, da sie die Kugel irgendwie über die Linie drückten. Die Antwort der Blau-Schwarzen folgte auf dem Fusse. Der neuerdings in einer Wohngemeinschaft lebende Adrian Gurtner schlug einen langen Freistoss in den Sechzehner. Dort profitierte der passionierte Schreiberling Pascal Dummermuth von einem Stellungsfehler des Verteidigers und würgte den Ball im zweiten Anlauf zum 1:1 über die Linie.

Nur wenige Zeigerumdrehungen später eroberte das Heimteam tief in der gegnerischen Hälfte einen Ball. Der umsichtige Jegerlehner zirkelte die Kugel gefühlvoll in den Fünfmeterraum, wo der jüngere der Gebrüder Gurtner anbrauste. Technisch makellos donnerte Mützensammler Marco Gurtner die Pille zum 2:1 in die Maschen. Kurz darauf bot sich Gurtner gar die Möglichkeit zum Doppelpack, als er alleine vor dem Tor auftauchte. Mit einer starke Parade verhinderte FCA-Schlussmann Linder jedoch grösseres Ungemach für die Seinen. Auf der anderen Seite liess die neuformierte Hintermannschaft des FCH kaum etwas zu. Das emsige Mannschaftsküken David Leu schaltete sich auf seiner rechten Aussenbahn sogar immer wieder in die Offensive ein. Währenddessen beschützten die grossgewachsenen Innenverteidiger Kilian Schober und Dominique Wittwer ihr Gehäuse so aufmerksam wie ein Vogel sein Nest während der Brutzeit.

Lokalheld Urs Krähenbühl hatte den Pausentee bereits am Spielfeldrand platziert, als der neuerdings in weissen Ballerinas auflaufende Adrian Stucki zur Flanke ansetzte. Das ultradünne Schuhwerk aus Haut des simbabwischen Dünenlaubfrosches ermöglichte es Stucki, das Spielgerät haargenau auf die Schädeldecke von Mittelstürmer Dummermuth zu schlenzen. Ohne Rücksicht auf den Verlust allfälliger Hirnzellen hielt dieser sein Oberstübchen in die Hereingabe und köpfte zum 3:1 ein.

Nach dem Pausentee schalteten die Einheimischen leider einen Gang zurück. Der Unterhaltungswert der Partie ging runter wie ein dickes Kind auf der Schaukel. Die Gäste versuchten sich häufig mit langen Bällen, welche insbesondere Abwehrhüne Wittwer postwendend retournierte. Vermutlich brummt sein Schädel aufgrund der gefühlt 300 Kopfbälle heute noch. Die Offensivabteilung der Heimberger verstrickte sich ihrerseits mehrfach in umständlichen Kombinationen. Zwingende Torchancen wurden auf beiden Seiten ebenso vergebens gesucht wie Pinguine am Nordpol.

Nach einem Befreiungsschlag aus der eigenen Hälfte tauchte plötzlich ein Allmendinger-Stürmer alleine vor dem Kasten auf. Der Angreifer liess dem reaktionsstarken Fabio Stucki keine Chance und markierte den Anschlusstreffer. Ein ärgerlicher Gegentreffer, da er in der Entstehung relativ simpel und keinesfalls aus einer Druckphase heraus zustande kam.

Noch düsterer als der Himmel über dem Waldgarten wurde die Miene von Coach Jürg Ramseier rund eine Viertelstunde vor dem Schlussgong. Nach einer Flanke irritierten sich zwei Heimberger gegenseitig, so dass der überraschte Adrian Stucki die Situation nur noch im Stile eines Volleyballers zu klären vermochte. Dem aufmerksamen Schiedsrichter war die Manschette nicht entgangen, weshalb er folgerichtig auf den Elfmeterpunkt zeigte. Das Geschenk nahmen die Gäste dankend an. Abwehrspieler Eberhart verwandelte den Strafstoss souverän zum Ausgleich. Unrühmlicherweise gaben die Heimberger im 4. Rückrundenspiel bereits zum 3. (!!) Mal einen Zwei-Tore-Vorsprung aus den Händen ….

Mit einer ordentlichen Portion Wut im Bauch sträubten sich die Einheimischen nochmals gegen den Punktverlust. Auf einen Schlag war die bis dato in der zweiten Halbzeit vermisste Leidenschaft vorhanden. Bekanntlich lieben wir den Fussball für seine unvorhersehbaren Geschichten. Geschichten wie jene in der 85. Spielminute. Einmal mehr entpuppte sich ein Standard von Capitano Jegerlehner als Geheimwaffe. Der scharf getretene Freistoss landete via Kopf von Ramon Schneider im Tor. Das Zweikampfmonster ist nun wahrlich nicht als Torjäger bekannt. Eine schon fast zu kitschige Fussballromanze, dass ausgerechnet dieser Schneider gleich bei seinem ersten Saisoneinsatz das siegbringende Tor markierte.

Den Schlussstand von 5:3 besorgte der eingewechselte Dominic Aeschbacher. Nach einem Foul an Adrian Stucki versenkte Aeschbacher den fälligen Elfmeter souverän im Kasten. Glücklicherweise haben Stucki’s Schuhe bei der Aktion die zum Strafstoss führte keinen Schaden davon getragen. Am Ende hätte das Resultat gar noch deutlicher ausfallen können, aber sowohl SCB-Dauerkartenbesitzer Wieland als auch Jegerlehner sahen ihre Abschlüsse vom starken FCA-Hüter Linder pariert.

Nebst der Erkenntnis, dass die Liederpalette von Lorenz Büffel sehr limitiert ist, nehmen die Heimberger 3 Punkte aus dem Osterwochenende mit. Wie häufig in den letzten Wochen waren die 90 Minuten geprägt von diversen Hochs und Tiefs. Nicht nur der Gesundheit der Supporter wegen, täten die Heimberger gut daran konstanter aufzutreten. Am kommenden Samstag bietet sich bereits die nächste Chance dafür. Mit dem FC Konolfingen gastiert eine Mannschaft aus dem dichten Tabellenmittelfeld auf dem Waldgarten. Eine abermals interessante Ausgangslage. Anstoss ist wie gewohnt um 16.00 Uhr. Bis dann.

#9 Pascal Dummermuth


15.04.2017, 16:00; Meisterschaftsspiel 15. Runde

FC Heimberg – FC Allmendingen 5:3 (3:1)

Tore: 10. Wyss (FCA), 13. Dummermuth; 17. Gurtner M.; 45. Dummermuth; 68. Aemmer (FCA); 77. Eberhart (FCA, Penalty); 85. Schneider; 90. Aeschbacher (Penalty)

Aufstellung: Stucki F., Leu, Schober, Wittwer D., Gurtner A., Beck, Stucki A., Keller, Jegerlehner, Gurtner M., Dummermuth

Ersatzbank: Appert, Aeschbacher, Schneider, Wittwer J., Wieland

FCH ohne: Da Costa, Fahrni, Fischer, Frosio, Mohr, Studer, Tripod

Verwarnungen: 59. Zürcher (FCA), 61. Berger (FCA), 89. Feller (FCA)

 

 

FC Biglen – FC Heimberg, 09.04.2017

09.04.2017, 10:00; Meisterschaftsspiel 14. Runde

FC Biglen – FC Heimberg 4:2 (1:0) 

Tore: 27. A. Moser (Penalty, FCB); 54. Beck; 59. Wegmüller (FCB); 64. A. Moser (Penalty, FCB); 89. Strahm (FCB); 90.+3. Beck (Penalty)


Strahlender Sonnenschein, ein Spielfeld in top Zustand und ein breites Kader. Zudem wartete mit dem FC Biglen der aktuell nach Verlustpunkten Tabellenerste. Die Voraussetzungen für ein sonntägliches Spektakel konnten besser kaum sein. Die Gäste versuchten von Beginn weg mit Kurzpass-Stafetten die gegnerische Abwehr zu düpieren. Das Heimteam seinerseits präferierte die langen Bälle im Spielaufbau. Die erste richtig gute Torchance erarbeiteten sich die Blau-Schwarzen. Nach einem Eckball des neuerdings in grünen Schuhen spielenden Adrian Stucki, brach im Strafraum eine Durcheinander wie beim Sommerschlussverkauf aus. Schlussendlich landete die Kugel vor den Füssen von Sturmtank Dummermuth. Dessen bedingt eleganter Pike-Schuss konnte vom auf der Torlinie stehenden Abwehrspieler gerade noch an die Unterkante der Latte gelenkt werden. Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass die Waldgarten-Truppe Bekanntschaft mit der Torumrandung machte .

Auf der Gegenseite unterlief Aussenverteidiger Tripod einen langen Diagonalpass. Anschliessend konnte er seinen Gegenspieler nur noch regelwidrig stoppen. Folgerichtig zeigte der Referee auf den Punkt. Der routinierte Adrian Moser liess FCH-Hüter Fabio Stucki keine Chance und brachte die Emmentaler 1:0 in Führung. Die Heimberger blieben ihrer Linie treu. Orchestriert von den Zeremonienmeistern Beck und Keller versuchten sie weiter auf spielerische Art und Weise Chancen zu kreieren. Phasenweise wirkte diese Strategie äusserst vielversprechend. Besonders auffällige agierten die Aussenverteidiger mit den Pferdelungen, Adrian Gurtner und Mathieu Tripod. Da die Stallmeister Dominique Wittwer und Yannick Fischer ihren gewohnt lauffreudigen Aussenbahn-Gäulen lockere Zügel gewährten, versuchten diese über die Flügel Angriffe zu initiieren. Leider schlichen sich ins Spiel der Besucher auch immer wieder Etappen ein, in denen sie ungenau und behäbig agierten. Licht und Schatten wechselten sich ab. Zu den eigenen Unzulänglichkeiten gesellten sich zudem eine starker Biglen-Keeper und eine Portion Pech. So scheiterte Mannschaftshäuptling Christoph Jegerlehner binnen weniger Minuten mit zwei technisch anspruchsvollen Direktabnahmen an der Latte beziehungsweise am glänzenden reagierenden Schlussmann.

Kurz nach dem Seitenwechsel zeigten die Gastierenden eine flüssige Kombination, mit welcher es gelang den aufgerückten Tripod am rechten Flügel freizuspielen. Der gutmütige Westschweizer flankierte butterweich zum freistehenden Patric Beck. Ohne Mühe nickte die Nr. 10 zum 1:1 ein. Leider währte diese Freude nur kurz. Da sich keiner der Heimberger für Ball oder Gegenspieler verantwortlich fühlte, konnte sich Wegmüller relativ simpel in gute Abschlussposition bringen. Eiskalt donnerte der Flügelläufer die Kugel zur neuerlichen Führung des Heimteams ins lange Eck.

 

Was kurz darauf folgte, war Regelkunde auf allerhöchstem Niveau. Abwehrpatron Fischer konnte – notabene als letzter Mann – den enteilten Stürmer nur noch mittels Foulspiel stoppen. Da der Schiedsrichter den Tatort innerhalb des Strafraums ausmachte, wurde After-Sun-Nutzer Fischer „nur“ mit einer gelben Karte sanktioniert. Den fälligen Penalty verwandelte der Torjäger in den Reihen des FC Biglen, Adrian Moser, wiederum souverän zum zwischenzeitlichen 3:1. Zu allem Überfluss scheiterte Kapitän Jegerlehner kurz darauf zum wiederholten Male am Gehäuse. Ob Glücksgöttin Fortuna am Snowpenair auf der Kleinen Scheidegg oder zum Skilaufen in der Lenzerheide war, kann nicht mit Sicherheit beurteilt werden. Auf jeden Fall stand sie dem FCH an jenem Sonntag nicht zur Seite.

Je länger die Partie dauerte, umso uninspirierter wirkten die Gäste. Häufig versuchten sie sich mit langen Bällen, welche kaum für Angst und Schrecken in den Abwehrreihen des Leaders sorgten. Im Gegenteil. Es waren gar die Bigler die sich besser Gelegenheiten erarbeiteten. Durch schnelles Umschaltspiel gelang es dem Heimteam vielversprechende Kontermöglichkeiten zu gestalten. Der aufmerksame FCH-Hüter Fabio Stucki liess sich jedoch nicht bezwingen und hielt sein Team vorerst im Spiel.

10 Minuten vor dem Schlusspfiff brach nochmals Hektik in den lokalen Wettbüros aus. Der wirblige Marco Gurtner entledigte sich seines Bewachers und zog Richtung Tor. Kurz vor dem Strafraum erlitt die Costa Gurtner argen Schiffbruch. Torhüter Wüthrich holte den anstürmenden Jüngling kompromisslos von den Beinen. Die anschliessende Diskussionsrunde hätte problemlos als Expertendiskussion im nächsten Doppelpass auf Sport 1 ausgestrahlt werden können. Nahezu 22 selbsternannte Koryphäen des Fussballs debattierten über die mutmasslich korrekte Bestrafung für den Übeltäter. Nach Anhörung der Geschworenen entschied der richtende Unparteiische auf Rot für den Täter. Dies da das Foul ausserhalb des Strafraums geschah und somit keine Doppelbestrafung (sprich Elfmeter und rote Karte gegen eine Mannschaft) vorlag, so die plausiblen Erläuterungen des Spielleiters.

Trotz der nummerischen Überlegenheit gelangen es den Gästen nicht mehr, wirklich zwingende Tormöglichkeiten zu erschaffen. Stattdessen war es der FC Biglen, der dank eines beherzten Sololaufs des eingewechselten Strahms das Score auf 4:1 erhöhte. Der Penaltytreffer zum 4:2 in der 3. Minute der Nachspielzeit diente lediglich der Resultatkosmetik. Dem zweiten persönlichen Treffer von Patric Beck war ein Foulspiel an Christoph Jegerlehner vorausgegangen. Eine erfreuliche Randnotiz gab es in den letzten Minuten dennoch zu vermelden. Unter frenetischem Applaus der Zuschauer feierte Dominic Aeschbacher nach einjähriger Verletzungspause sein Comeback in der ersten Mannschaft. Man darf gespannt sein, zu welchen Heldentaten sich der temperamentvolle Schlagerfan in den nächsten Wochen aufschwingen wird.

Unter dem Strich war es für die Heimberger eine unnötige, aber eben auch keine unverdiente Niederlage. Einerseits fehlte der Truppe von Jürg Ramseier sicher etwas das Wettkampfglück, andererseits muss man dem FC Biglen für seine Leistung Respekt zollen. Über das gesamte Spiel betrachtet, waren die Emmentaler schlichtweg die cleverere, kaltschnäuzigere und konzentriertere Mannschaft. Für die Heimberger gilt es nun die positiven Elemente mitzunehmen und die Eigenfehler wieder zu reduzieren. Schliesslich soll am Osterwochenende das Punktekonto weiter aufgestockt werden. Das Spiel gegen den FC Allmendigen findet kommenden Samstag um 16.00 Uhr auf dem Waldgarten statt.

#9 Pascal Dummermuth


09.04.2017, 10:00; Meisterschaftsspiel 14. Runde

FC Biglen – FC Heimberg 4:2 (1:0) 

Tore: 27. A. Moser (Penalty, FCB); 54. Beck; 59. Wegmüller (FCB); 64. A. Moser (Penalty, FCB); 89. Strahm (FCB); 90.+3. Beck (Penalty)

Aufstellung: Stucki F., Tripod, Fischer, Wittwer D., Gurtner A., Beck, Stucki A., Keller, Fahrni, Jegerlehner, Dummermuth

Ersatzbank: Schober, Aeschbacher, Studer, Wittwer J., Gurtner M.

FCH ohne: Appert, Da Costa, Frosio, Leu, Mohr, Schneider, Wieland

Verwarnungen: 26. Tripod; 60. Keller; 63. Fischer

Ausschluss: 79. Wüthrich (FCB)

 

 

 

FC Heimberg – FC Lerchenfeld, 02.04.2017

02.04.2017, 11:00; Meisterschaftsspiel 13. Runde

FC Heimberg – FC Lerchenfeld 2:2 (1:0) 

Tore: 4. Fahrni; 48. Fischer; 49. Gafner (FCL); 63. Gafner (FCL)


Beim ersten Heimspiel der Rückrunde gastierte die Mannschaft vom FC Lerchenfeld auf dem Waldgarten. In der Hinrunde gelang es den Heimbergern auf souveräne Art und Weise 3 Punkte aus dem nahegelegenen Lerchenfeld zu entführen. Folglich konnte man davon ausgehen, dass sich die Truppe von Coach Serge Gasser um jeden Preis für die Hinspielschlappe revanchieren will. Bereits vor der Partie musste die Mannschaft eine Hiobsbotschaft verkraften. Der langjährige Stammtorhüter Patric Mohr wird der Équipe mindestens bis zur Sommerpause nicht mehr zur Verfügung stehen. Mohr hatte sich in der Vorbereitung eine schwerwiegende Kopfverletzung zugezogen. Gute Besserung, Patric!

Bei kühl- bis frostigen Bedingungen erwischten die Heimberger einen Blitzstart. Bereits in der dritten Minute bejubelte die Heimmannschaft den ersten Treffer. Der laufstarke Maik Fahrni fasste sich aus gut und gerne 30 Metern Torentfernung ein Herz und spedierte die Kugel über den überraschten Torhüter hinweg in die Maschen. Inwiefern dem Torschützen die kürzlich gestutzten Haare beim Ausstudieren des Gästetorhüters zu Gute kamen, konnte bei Redaktionsschluss noch nicht in Erfahrung gebracht werden. Die frühe Führung verlieh den Blau-Schwarzen Selbstvertrauen. Die Jungs von Trainer Jürg Ramseier konnten insbesondere im Mittelfeld viele Zweikämpfe für sich entscheiden und suchten immer wieder den direkten Weg in die Spitze. Jedoch leider ohne sich zwingende Torchancen erarbeiten zu können. So suchten die Jungs mit dem Schaaf auf der Brust häufig ihr Glück mit Distanzschüssen. Wohl inspiriert durch das Tor von Fahrni, zog Pascal Dummermuth aus ähnlicher Entfernung ab. Zum Leidwesen der Heimberger vermochte Keeper Adrian Liechti den Ball gerade noch an den Pfosten zu lenken. Von dort kullerte die Kugel zurück ins Spielfeld.

Im Gegenzug hatten die Lerchenfelder das Pech auf ihrer Seite. Nach einer Standardsituation sah die Nr. 22 der Gäste seinen Schuss vom rechten Torpfosten zurück ins Spielfeld prallen. Je näher der Pausentee rückte, umso ausgeglichener und hitziger gestaltete sich die Partie. Doch Tore sollten bis zur Pause keine mehr Fallen. Heissestes Diskussionsthema in der Wartschlange vor dem Clubhaus dürfte wohl das annullierte Tor von Mannschaftsroutinier Romain Frosio kurz vor dem Seitenwechsel gewesen sein. Der ansonsten souveräne Schiedsrichter hatte ein Foulspiel am FCL-Torhüter ausfindig gemacht, welches dem Treffer voraus gegangen sein soll.

Anscheinend fand Coach Ramseier in der Garderobe einmal Mehr die richtigen Worte. Wiederum erwischten die Heimberger ein Blitzstart. Es dauerte nur wenige Minuten, bis auf der imaginären Ergebnistafel die 2 für das Heimteam aufleuchtete. Kapitän Jegerlehner zirkelte einen Freistoss aus dem Halbfeld direkt auf die Schädeldecke des aufgerückten Yannick Fischer. Der Innenverteidiger mit Torjägerqualitäten nickte die Kugel in bester Carsten-Jancker-Manier ein. Unglücklicherweise währte der zwei Tore Vorsprung nicht all zu lange. Bereits im direkten Gegenzug gelang den Lerchenfeldern der Anschlusstreffer. Eine Hereingabe von der rechten Seite drosch Stürmer Gafner eiskalt in die Maschen. Bei diesem Geschoss gab es für den ansonsten souveränen Schlussmann Fabio Stucki keine Abwehrchance. Der Treffer verlieh den Gästen neuen Mut. Im Anschluss folgte deren beste Phase im Spiel. Besonders die emsigen Aussenverteidiger Mathieu Tripod und Adrian Gurtner hatten nun jede Menge zu tun. Dem Heimteam gelang es kaum noch für Entlastung zu sorgen.

Dem Spielverlauf entsprechend waren es die Gäste, die den nächsten Treffer bejubelten konnten. Nach einem Eckball köpfte wiederum Gafner die Kugel zum 2:2 über die Linie. In der Folge suchten beide Mannschaften das siegbringende Tor. Kurz vor Schluss schwächten sich die Gäste mit einer unnötigen roten Karte selber. Nach gefühlt dreizehn Bodychecks am eingewechselten Mittelfeldpuncher Thomas Keller und dem anschliessenden Applaus für die Intervention des Schiedsrichters, musste Lerchenfeld fortan mit 10 Mann auskommen. Bemerkenswert wie besonnen Keller auf die WWE-Angriffe seines Gegenspielers reagierte.

Trotz der nummerischen Überzahl, brachten die Schwarz-Blauen nichts zählbares mehr ins Notizheft des Unparteiischen.

Unter dem Strich entspricht die Punkteteilung den gezeigten Leistungen. Obschon sich die Heimberger aufgrund der verspielten Führung ärgern werden, haben die Lerchenfelder den Punkt sicher nicht gestohlen. Nach einer intensiven und kampfbetonten Partie können wohl beide Teams am Ende des Tages mit diesem Punkt leben. Am nächsten Wochenende wartet mit dem FC Biglen der aktuelle Tabellenführer auf den FCH. Abermals eine reizvolle Aufgabe für die Truppe vom Waldgarten. Die Partie wird um 10:15 Uhr in Biglen angepfiffen. Bis dann!

#9 Pascal Dummermuth


02.04.2017, 11:00; Meisterschaftsspiel 13. Runde

FC Heimberg – FC Lerchenfeld 2:2 (1:0) 

Tore: 4. Fahrni; 48. Fischer; 49. Gafner (FCL); 63. Gafner (FCL)

Aufstellung: Stucki F., Tripod, Fischer, Wittwer D., Gurtner A., Beck, Stucki A., Frosio, Fahrni, Jegerlehner, Dummermuth

Ersatzbank: Schober, Keller, Studer, Wittwer J., Schneider, Wieland, Gurtner M.

FCH ohne: Aeschbacher, Appert, Da Costa, Leu, Mohr

Verwarnungen: 43. Morinaj (FCL); 45. Fahrni; 65.Blanco (FCL); 87. Meyer (FCL)

Ausschluss: 89. Chaves (FCL)